• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Samstag, 23.07.2016
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Chile-Beben veränderte Erdachse und Tageslänge

Umverteilung großer Gesteinsmassen veränderte Rotationsgeschwindigkeit und Achsneigung

Das starke Erdbeben in Chile hat nicht nur lokal Zerstörungen angerichtet, es hat auch den Lauf der Welt verändert – im wortwörtlichen Sinne. Denn die Erdstöße verschoben nach Berechnungen von NASA-Forschern die Erdachse um eine Winzigkeit und sorgten dafür, dass sich auch unsere Tageslänge verkürzte – um 1,26 Mikrosekunden.
Planet Erde - unser Lebensraum

Planet Erde - unser Lebensraum

Das Erdbeben der Stärke 8,8, das sich am 27. Februar vor der Küste Chiles ereignete, hat im Untergrund dieser Region große Veränderungen bewirkt. Gewaltige Massen von Gestein wurden verschoben und innerhalb von Minuten umgeschichtet. Die durch die Erdstöße freigesetzte Energie wirkt sich damit nicht nur lokal aus, sie beeinflusst auch die Massenverteilung in der Erdkruste. Diese wiederum wirkt sich auf die Erdrotation aus.

Tag ist jetzt 1,26 Mikrosekunden kürzer


Der Geophysiker Richard Gross vom Jet Propulsion Laboratorium der NASA hat am Modell errechnet, dass das Erdbeben in Chile die Erdrotation um eine Winzigkeit beschleunigt hat. Dadurch verkürzt sich die Dauer eines Tages um 1,26 Mikrosekunden – und dies dauerhaft. Auch andere Beben mit Magnituden über etwa 8,5 haben diese Wirkung. So verkürzte das Erdbeben vor Sumatra im Dezember 2004, das eine Stärke von 9,1 besaß, die Tageslänge sogar um 6,8 Mikrosekunden. Spürbar sind diese Veränderungen für uns Menschen allerdings nicht.

Achse acht Zentimeter verschoben


Und noch eine Wirkung hatte das Chile-Beben: Es verschob die Achse der Erdmasse - allerdings nur um acht Zentimeter oder 2,7 Millibogensekunden. In dieser Beziehung wirkte sich das jüngste Beben sogar stärker aus als das von Sumatra vor knapp sechs Jahren. Nach Aussagen von Gross liegt dies zum einen daran, dass das Beben vor Chile nicht in Äquatornähe stattfand, sondern in den mittleren Breiten. Dadurch wirkt es sich stärker auf die Achsneigung aus.


Zum anderen aber ist der Winkel, in dem die tektonische Verwerfung in Chile in die Erde reicht, in Chile steiler als die Verwerfung vor Sumatra. Dadurch waren die Massenverschiebung in vertikaler Richtung in Chile stärker und damit auch ihre Wirkung auf die Erdachse.

Noch beruhen die Werte für das Chilebeben sowohl in Bezug auf die Veränderungen der Tageslänge als auch der Achsneigung auf Modellrechnungen. Daher rechnet Gross damit, dass sie in den nächsten Tagen, wenn noch mehr genauere Daten über das Beben einlaufen, noch präziser werden könnten.

Mehr zum Erdbeben in Chile finden Sie in unserem Special
(NASA, 03.03.2010 - NPO)