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Freitag, 10.02.2012
Schwerstes chemisches Element heißt "Copernicium"
Internationale Chemikerunion vergibt Namen – 14 Jahre nach der Entdeckung
Das schwerste bisher anerkannte chemische Element mit der Ordnungszahl 112 ist vor 14 Jahren am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung entdeckt worden. Ab jetzt heißt es offiziell „Copernicium“ und besitzt das chemische Symbol „Cn“. Dies hat die internationale Chemikerunion IUPAC beschlossen. Mit dem Namen soll der Wissenschaftler und Astronom Nikolaus Kopernikus (1473-1543) geehrt werden. Copernicium ist 277-mal schwerer als Wasserstoff.

Blick in den 120 Meter langen Linearbeschleuniger,  mit dem das Element 112 erzeugt wurde.
Blick in den 120 Meter langen Linearbeschleuniger, mit dem das Element 112 erzeugt wurde.
© G. Otto / GSI Blick in den 120 Meter langen Linearbeschleuniger,  mit dem das Element 112 erzeugt wurde.
Die IUPAC folgt bei der Namensgebung dem Vorschlag des internationalen Entdeckerteams um Sigurd Hofmann vom GSI Helmholtzzentrum. Als chemisches Symbol hatte das Entdeckerteam allerdings ursprünglich die Abkürzung „Cp“ vorgeschlagen. Dagegen gab es jedoch Bedenken, weil die Abkürzung verschiedene andere naturwissenschaftliche Bedeutungen hat.

Kopernikus als Namensgeber
Die Benamung zu Ehren von Nikolaus Kopernikus steht in einer langen Tradition, chemische Elemente nach verdienstvollen Wissenschaftlern zu benennen. Als Tag der Bekanntmachung wählte die IUPAC den 19. Februar 2010, den Geburtstag von Nikolaus Kopernikus, der am 19. Februar 1473 in Thorn – Torun - in Polen geboren wurde.

Seine astronomischen Arbeiten waren Ausgangspunkt für unser modernes Weltbild, nach dem die Erde mit allen anderen Planeten um die Sonne kreist und somit die Sonne der Mittelpunkt unseres Sonnensystems ist.

Element 112 bereits 1996 erstmals erzeugt
Ein internationales Team von Wissenschaftlern um Sigurd Hofmann hatte das Element Copernicium bereits am 9. Februar 1996 zum ersten Mal bei der GSI erzeugt. Mit der über hundert Meter langen GSI-Beschleunigeranlage beschossen sie eine Blei-Folie mit Zink-Ionen. Durch Verschmelzung der Atomkerne der beiden Elemente entstand ein neues Atom des Elements 112. Dieses Atom war nur Bruchteile von Sekunden stabil.

Mit empfindlichen Nachweisverfahren haben die Wissenschaftler die beim radioaktiven Zerfall ausgesandten Alpha-Teilchen vermessen und auf diese Weise das neue Element identifiziert. An den GSI-Experimenten waren 21 Wissenschaftler aus Deutschland, Finnland, Russland und der Slowakei beteiligt.

Entdeckung mehrfach bestätigt
Die Entdeckung des Elements wurde anschließend in weiteren unabhängigen Experimenten mittlerweile mehrfach bestätigt. Letztes Jahr hat die IUPAC die Existenz des Elements 112 dann endgültig anerkannt.

Die anderen fünf am GSI Helmholtzzentrum entdeckten Elemente tragen folgende Namen: Bohrium für Element 107, Hassium für Element 108, Meitnerium für Element 109, Darmstadtium für Element 110 und Roentgenium für Element 111.
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