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Sonntag, 29.05.2016
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Warum Sport antidepressiv wirkt

Ausdauerbelastung steigert Ausschüttung von Nervenwachstumsfaktor

Regelmäßiger Sport wirkt antidepressiv – das ist schon seit langem bekannt. Warum dies so ist, hat jetzt eine Studie an depressiven Frauen enthüllt: Die Ausdauerbelastung bewirkt die vermehrte Ausschüttung eines Nervenwachstumfaktors, dessen Konzentration bei chronisch Depressiven meist anormal erniedrigt ist.
Depression

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„Mens sana in corpore sano“ - das berühmte Sprichwort zum gesunden Geist im gesunden Körper ist schon über 2000 Jahre alt und immer noch aktuell. Forschungen haben inzwischen bestätigt, dass Ausdauersport bei wiederkehrenden Depressionen hilfreich sein kann. Viele Sportler beschreiben eine Stimmungsaufhellung und Stimmungsstabilisierung durch regelmäßigen Ausdauersport wie Radfahren, Walken oder Schwimmen. Welcher Mechanismus jedoch dahinter steckt, war bisher nur in Teilen bekannt.

Jetzt haben Ärzte und Wissenschaftler der Tübinger Universitätsklinik einen Baustein im Verständnis des bereits seit vielen Jahren beschriebenen antidepressiven Effekts der Ausdauerbelastung identifziert. Dazu unterzogen sich in der Studie ältere Frauen mit wiederkehrenden Depressionen einer Ausdauerbelastung über 30 Minuten mit einem Fahrradergometer.

Sport normalisiert Konzentration von Nervenwachstumsfaktor


Vor und nach der Belastung maßen die Forscher die Konzentration eines bestimmten Nervenwachstumsfaktors, dem BDNF (brain-derived neurotrophic factor) im Blut der Probanden. Er spielt für die Entstehung der Depression eine Rolle. Typischerweise ist der BDNF-Spiegel bei depressiven Patienten im Vergleich zu gesunden, nicht depressiven älteren Frauen erniedrigt.


Das Ergebnis: Durch das Aussdauertraining normalisierte sich der Spiegel des Nervenwachstumsfaktors im Blut der depressiven Probandinnen. Die Wissenschaftler haben damit erstmals demonstriert, dass diese durch Sport ausgelöste Erhöhung der BDNF-Konzentration eine Ursache der stabilisierenden und stimmungsaufhellenden Wirkung des Sports bei Menschen mit Depressionen sein kann. Weitere Studien, insbesondere mit Menschen mit beginnenden Gedächtnisstörungen im Alter sind nun geplant.
(Universitätsklinikum Tübingen, 17.02.2010 - NPO)