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Donnerstag, 18.03.2010
Patagonien: Wie schnell ist der Glaciar Nef?
Photogrammetrische Messungen sollen Änderungen des Bewegungsverhaltens enthüllen
Der Gletscher Glaciar Nef im Nördlichen Patagonischen Eisfeld in Chile ist das Ziel einer neuen Expedition Dresdener Wissenschaftler, die im Februar 2010 beginnt. Die Forscher wollen dort das Bewegungsverhalten des Eisriesen näher untersuchen und die Schwankungen des Wasserspiegels mehrerer Gletscherseen überwachen, die sich in der Vergangenheit mehrfach plötzlich entleert haben.

Nordpatagonisches Eisfeld
Nordpatagonisches Eisfeld
© Image Science & Analysis Laboratory, NASA Johnson Space Center (ISS006-E-42326) Nordpatagonisches Eisfeld
Kernpunkt der Arbeit der Wissenschaftler vom Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung der Technischen Universität (TU) Dresden sind photogrammetrische Messungen zur Bestimmung und Analyse des Tempos der Gletscherwanderung.

Kameras erlauben Gletscherüberwachung
Dazu werden zusammen mit dem CECS - Centro de Estudios Científicos, Valdivia/Chile - Kameras für eine Langzeitbeobachtung des Gletschers aufgestellt. Anhand der Bildreihen dieser Kameras wollen die Forscher dann dem Bewegungsverhalten des Gletschers auf die Spur kommen.

In einem ähnlich ausgerichteten Projekt wurden 2009 am Glaciar San Rafael, ebenfalls im Nördlichen Patagonischen Eisfeld, Bewegungsgeschwindigkeiten von bis 16 Meter pro Tag bestimmt. Der San Rafael liegt auf einer geographischen Breite von 46.7°S und ist der äquatornächste Gletscher, der ins Meer kalbt – Tidengletscher - der Welt.

Bewegungsgeschwindigkeit verdoppelt
Das Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung hat zudem bereits 2004 und 2007 Messungen an mehreren grönländischen Gletschern durchgeführt und dabei unter anderem am Jacobshavn Isbræ Gletscher eine Verdoppelung der Bewegungsgeschwindigkeit von 20 Meter pro Tag im 20. Jahrhundert auf nunmehr 40 Meter pro Tag dokumentiert.

Das Forschungsprojekt ist im Forschungsschwerpunkt „Moderne Mess-, Analyse- und Managementverfahren im Umweltmonitoring“ der Dresdner Geowissenschaften angesiedelt und wird vom Internationalen Büro des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.
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