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Sonntag, 22.01.2017
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Hyperaktives Protein fördert Tumorwachstum

Neues Wissen über Lymphome vorgelegt

Bei einer bösartigen Krebserkrankung des Immunsystems haben Forscher einen möglichen neuen Therapieansatz gefunden. Sie berichten über die Ergebnisse ihrer neuen Studie in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Nature“.
Entartete weiße Blutkörperchen in einem B-Zell-Lymphom

Entartete weiße Blutkörperchen in einem B-Zell-Lymphom

Krebserkrankungen des Immunsystems, die so genannten Lymphome, gehen von weißen Blutkörperchen aus. Entartete B-Zellen zum Beispiel verursachen das „diffuse großzellige B-Zell-Lymphom“, das ohne Behandlung sehr aggressiv verläuft. In Deutschland tritt es pro Jahr bei rund 3.000 Menschen auf. Die Patienten berichten üblicherweise über Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust. Häufig sind sie blass und müde, hinzu kommen Schwellungen der Lymphknoten.

25 Prozent der Patienten sterben


„Mit einer kombinierten Immun- und Chemotherapie gelingt es, diese Lymphomerkrankung bei etwa 75 Prozent der Patienten langfristig in Schach zu halten oder sogar zu heilen“, sagt Professor Andreas Rosenwald von der Universität Würzburg. Warum allerdings etwa 25 Prozent der Patienten an dieser Krebserkrankung sterben, sei derzeit noch nicht vollständig erforscht.

Chronisch stimuliertes Protein nachgewiesen


Ein internationales Forschungskonsortium dem auch Rosenwalds Team angehört hat in den vergangenen Jahren beim diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom zwei wesentliche Untergruppen definiert, die sich biologisch und klinisch unterscheiden.


Jetzt haben die Forscher nachgewiesen: In einer dieser Untergruppen ist ein für B-Zellen spezifisches Protein, der so genannte B-Zell-Rezeptor, chronisch stimuliert. Das fördert offenbar das Wachstum des Tumors. „Der biologische Mechanismus, der zur ständigen Stimulation des Rezeptors führt, war bislang unbekannt. Er wird in unserer Publikation in Nature erstmals überhaupt beschrieben“, so Rosenwald.

Möglicher Ansatzpunkt für neue Therapie


Diese neue Erkenntnis lässt sich in der Zukunft eventuell für die Therapie nutzen, so die Forscher. Denkbar ist zum Beispiel eine medikamentöse Behandlung mit so genannten Kinaseblockern, die die außer Kontrolle geratene Stimulation dämpfen könnten. Doch diese Möglichkeit muss in den kommenden Jahren erst durch weitere Studien überprüft werden.

Geprüft werden muss nach Angaben der Forscher auch eine weitere Vermutung: Es gibt Hinweise darauf, dass der chronisch stimulierte B-Zell-Rezeptor zumindest für einen Teil der Fälle verantwortlich sein könnte, bei denen die Lymphom-Patienten trotz Behandlung sterben.
(idw - Universität Würzburg, 08.01.2010 - DLO)
 
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