Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Sonntag, 21.03.2010
Sumatratiger beim Familienausflug erwischt
WWF filmt Tigerin mit Nachwuchs mit Kamerafalle
Eine Kamerafalle der Umweltschutzorganisation WWF, installiert in der Region Riau auf der indonesischen Insel Sumatra, hat spektakuläre und weltweit bisher einmalige Aufnahmen einer Tigerin mit zwei Jungtieren geliefert. Die neugierigen Raubkatzen legten auf ihrer Tour durch den Dschungel sogar einen kurzen Stopp ein, um die Kamera ausgiebig zu beschnüffeln.

Sumatra-Tiger
Sumatra-Tiger
© WWF Indonesien Sumatra-Tiger
Nur wenige Wochen zuvor hatte eine ähnliche Kamerafalle einen männlichen Tiger im Wildtier-Korridor zwischen den Schutzgebieten Bukit Tigapuluh und Rimbang Baling aufgezeichnet. Dies ist umso erstaunlicher, da es nach WWF-Informationen nur noch rund 400 Sumatratiger in der Wildnis gibt. Diese letzten Rest-Populationen sind aber durch Wilderei und Lebensraumverlust bedroht.

Tiger-Lebensraum schrumpft immer weiter
„Besonders die Tigerfamilie auf den Videoaufnahmen macht uns Sorge. Die Zukunft der beiden Jungtiere ist mehr als ungewiss“, sagt WWF-Tigerexperte Volker Homes. Das Streifgebiet der Tigerin - und damit die Kinderstube ihres Nachwuchses - sei akut vom Zugriff internationaler Papier- und Zellstoffkonzerne, neu entstehender Ölpalm-Plantagen und illegalem Holzeinschlag bedroht.

„Bald werden die Jungtiere ihre Mutter verlassen und sich eigene Reviere suchen. Aber wohin sollen sie gehen? Tiger-Lebensraum wird durch die Eingriffe des Menschen immer kleiner und zerstückelter“, warnt Homes.

WWF will seltene Großkatzen besser schützen
Um die seltenen Großkatzen besser schützen zu können und Mensch-Tiger-Konflikte zu vermeiden, benötigt der WWF genaue Informationen über Bestandsgröße, Territorien, Beutetierpopulationen und Wanderrouten. Infrarotgesteuerte Kamerafallen, die durch Körperwärme aktiviert werden, sind daher eines der wichtigsten Werkzeuge, um in unwägbarem Gelände Tiger zu beobachten.

Dank detailreicher Aufnahmen können sogar einzelne Individuen identifiziert werden. Auch potenzielle Beutetiere der Tiger, wie Wildschweine oder Tapire, wurden von der Kamera aufgezeichnet.

„Jahr des Tigers“ 2010
Am 14. Februar 2010 beginnt nach dem chinesischen Kalender das „Jahr des Tigers“. Menschen, die in einem Tiger-Jahr geboren sind, werden Charaktereigenschaften wie Mut, Selbstbewusstsein und Tapferkeit zugeschrieben. Der Tiger wird davon zukünftig eine Menge aufbieten müssen. Viele Unterarten sind derart bedroht, dass sie das nächste „Jahr des Tigers“ in zwölf Jahren womöglich nicht erleben werden.

Weltweit gibt es nur noch rund 3.200 Tiger in der Wildnis. Deshalb widmet der WWF dem Tiger 2010 eine Kampagne. Die Umweltschutzorganisation hat sich das Ziel gesetzt, die Bestandszahl des Tigers in seinen wichtigsten Verbreitungsregionen bis 2022 zu verdoppeln.
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Tiger, Tiere, Natur, Regenwald, Biodiversität, Artensterben, Räuber, Ökosysteme, Populationen, Ökologie
Weitere News zum Thema
Ur-Quasare aus der kosmischen Frühzeit entdeckt (18.03.2010)
Erster Nachweis von Vorläufern heutiger aktiver Galaxienkerne im frühen Universum
Rote Liste: Alarmstufe rot für Europas Insekten (17.03.2010)
Verlust von Lebensräumen und Klimawandel bedrohen Käfer, Schmetterlinge und Libellen
Zellen arbeiten mit Doppelschlag gegen Krebs (17.03.2010)
Bisher für unabhängig gehaltene Schutzprogramme der Zelle agieren doch im Verbund
Stabile Transistoren aus organischem Molekül (17.03.2010)
Weniger Elektronen und backsteinartiger Verbund machen Transistormolekül luftstabil
Noradrenalin hemmt Alzheimer-Fortschritt (16.03.2010)
Entzündungshemmende und Plaque-abbauende Wirkung im Tierversuch belegt
Suche
Erweiterte Suche
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Diaschauen zum Thema
Säbelzahnkatzen
Darwins Vermächtnis
Gen-Archen
Dossiers zum Thema
Die grüne Wüste
Der tropische Regenwald - auf Sand gebaut
Naturschutz
Der Ast auf dem wir sitzen...
Arche Noah 2.0
Genbanken als letzte Rettung für die Artenvielfalt?
Eine Erde voller Arten
Darwins Vermächtnis in der heutigen Evolutionsbiologie
Massenaussterben
Katastrophale "Unfälle" der Evolution?
Säbelzahnkatzen
Eiszeitbestien oder Schmusekätzchen?
Überlebenskampf im Krater
Der Ngorongoro zwischen Paradies und Bedrohung
Pantanal
Von der Arche Noah zum Auslaufmodell
News des Tages
Asteroid Steins: Fliegende Schutthalde in Diamantform
Den Goldenen Schnitt gibt es auch in der Quantenwelt
Weltrekord bei der Primfaktorzerlegung
Hyperaktives Protein fördert Tumorwachstum
Sumatratiger beim Familienausflug erwischt
Muskel setzt auf Müllabfuhr statt auf Recycling
Nervenzellen: "Knochen" wachsen überall
Bücher zum Thema
Das Lächeln des Tigers
Von den letzten Menschen- fressern der Welt. von David Quammen
Die Letzten ihrer Art
Eine Reise zu den aussterbenden Tieren unserer Erde von Douglas Adams und Mark Carwardine
Fantastisches Tierreich
Zwischen Legende und Wirklichkeit von John Downer
Das geheime Leben der Tiere
Ihre unglaublichen Fahigkeiten, Leistungen, Intelligenz und magischen Kräfte von Ernst Meckelburg
Unsere Erde
von Alastair Fothergill und Mark Linfield
Ende der Artenvielfalt?
Gefährdung und Vernichtung der Biodiversität von Josef Reichholf
Regenwald
von Thomas Marent
Einführung in die Ökologie
von Wolfgang Tischler
Top-Clicks der Woche
1. Licht verbiegt Materie
2. Radioaktivität tatsächlich „Heizofen“ des Erdinneren
3. Super-Supernova: Weißer Zwerg sprengt Massegrenze
4. „Stein von Rosetta“ der Exoplaneten gefunden
5. Neuer langlebigerer Akku für mobile Geräte