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Dienstag, 26.09.2017
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Designer-Mikroben "futtern" CO2

Mikroorganismen sollen Kohlendioxid in Biomasse oder Wertstoffe umwandeln

Kohlendioxid mit Mikroorganismen in Biomasse oder direkt zu Wertstoffen umwandeln: Das ist das Ziel einer neuen Forschungskooperation von RWE Power und der hessischen Firma BRAIN. Der Stromproduzent und das Biotechnologie-Unternehmen wollen Mikroorganismen züchten und mit ihnen innovative CO2-Umwandlungs- und Synthesewege erforschen. Die CO2-haltigen Rauchgase aus Braunkohlenkraftwerken werden das Futter für diese „Designer-Mikroorganismen“ sein.
Neuartige Mikroorganismen

Neuartige Mikroorganismen

Es sollen dabei neben Biomasse auch industriell nutzbare Produkte wie neue Biomaterialien, Bio-Kunststoffe und chemische Zwischenprodukte entstehen. Für diese werden dann Anwendungsmöglichkeiten zum Beispiel als Bau- und Dämmstoff sowie zur Herstellung von Fein- und Spezialchemikalien wie möglicherweise auch Massenchemikalien untersucht.

Werkzeugkasten der Natur


BRAIN, ein Unternehmen der Weißen Biotechnologie, verfügt über den Zugang zu bislang unbekannten Mikroorganismen sowie Millionen neuartiger Enzyme und Synthesewege. Aufbauend auf diesem „Werkzeugkasten der Natur“ ermöglichen Technologien der Synthetischen Biologie die Konstruktion von Mikroorganismen, mit denen sich neuartige Wege zu Produkten und Materialien aus CO2 entwickeln lassen.

Im Zuge der Kooperation zwischen BRAIN und RWE Power werden solche Mikroben „gebaut“ und weiter erforscht. Es geht dabei darum, dass die Mikroorganismen durch neue und optimierte Stoffwechselwege - Pathway-Engineering - mehr CO2 effizienter einbinden als ihre ursprünglichen Vorgänger.


Auf der Suche nach biotechnologischen Lösungen der CO2-Umwandlung


„Wir wollen unser Spektrum in diesem Bereich stetig erweitern und neben der Kohlendioxid-Reduzierung und -Speicherung weitere Optionen für intelligente Nutzungsmöglichkeiten erarbeiten. Wir kombinieren ganz bewusst unser Wissen aus der Stromerzeugung mit der Expertise von Spezialunternehmen wie BRAIN, um neuartige, möglichst erfolgversprechende Lösungen zu finden“, so Johannes Lambertz von RWE Power.

„Durch den gezielten Einsatz des ‚Werkzeugkastens der Natur‘ werden viele industrielle Prozesse effektiver, umweltfreundlicher und nachhaltiger. So steht die Weiße Biotechnologie für eine umwelt- und ressourcenschonende Industrie der Zukunft“, meint Holger Zinke von BRAIN.

CO2-Konversion soll effizienter werden


„Wir wollen zusammen mit RWE Power in neue Bereiche der CO2-Konversion vorstoßen“, ergänzt Jürgen Eck, ebenfalls von BRAIN. „Die sich aus der Vielfalt an mikrobiellen Stoffwechselwegen und der Synthetischen Biologie ergebenden Möglichkeiten einer effizienteren CO2-Konversion durch leistungsstarke Designer-Mikroorganismen lassen uns, was die ausstehenden Kooperationserfolge anbelangt, positiv in die Zukunft blicken.“

Im Vergleich zu Pflanzen und selbst zu Algen haben Mikroorganismen eine schnellere Wachstumsrate und lassen sich in Fermentationsanlagen zu intensiverer Stoffwechselleistung und damit Produktion heranziehen. Dies führt insgesamt zu einer höheren Verarbeitung von Kohlendioxid.

„Die Kooperation ergänzt und beschleunigt unsere Forschungsaktivitäten im Bereich CO2-Nutzung. Sie ist ein wichtiger Schritt, die Biotechnologie als Problemlöser bei technischen Herausforderungen wie der CO2-Umwandlung einzusetzen“, erklärt Johannes Ewers von RWE Power. Die Zusammenarbeit mit BRAIN ist nach der Algenkonversion bereits das zweite Vorhaben des Unternehmens im Bio-Bereich, um CO2 zu knacken und einer Nutzung zuzuführen.
(RWE/BRAIN, 05.01.2010 - DLO)
 
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