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Samstag, 11.02.2012
Gemeinsam spülen macht glücklicher
Höhere Zufriedenheit in Beziehungen mit geteilten Rollen
Arbeitsteilung in der Partnerschaft macht glücklich – und zwar nicht nur die Frauen. Das belegt erneut eine Studie kanadischer Forscher. Sie ergab, dass Paare, die von der klassischen Rollenverteilung von „Verdiener“ und Hausfrau abweichen und beide sowohl im Haushalt arbeiten als auch bezahlter Arbeit nachgehen, sich im Durchschnitt als glücklicher und zufriedener empfinden.

Partnerschaft
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© SXC Partnerschaft
Welches Rollenmodell in der Partnerschaft macht am glücklichsten? Welches wird beiden Partnern am besten gerecht? Diese Frage stellen sich nicht nur Paare in einer Beziehung immer wieder, auch Soziologen forschen darüber. So auch Wissenschaftler der Universität von Western Ontario. Sie untersuchten das Thema mit Hilfe des so genannten Canadian General Social Surveys. Diese großen in den Jahren 1986, 1992,1998 und 2005 befragen jeweils mehrere tausend Frauen und Männer in Kanada nach ihren Lebensumständen, ihrer Zufriedenheit, gesundheitlichen Faktoren und anderen Merkmalen.

Fünf Hauptformen der Arbeitsteilung
Die in diesen Umfragen gemachten Angaben zur Rollenverteilung fassten die Forscher in fünf Klassen zusammen: Als Erstes die traditionelle Rollenverteilung, bei der der Mann vorwiegend bezahlte Arbeit leistet und die Frau unbezahlte Arbeit wie Haushalt, Kindererziehung etc. übernimmt. Dann das gleiche Modell mit vertauschten Rollen, die Frau geht arbeiten, der Mann bleibt zuhause. Als Drittes und Viertes die Doppelbelastung jeweils eines Partners, der Arbeiten geht, aber zusätzlich den Großteil der unbezahlten Arbeit leisten muss. Und als fünftes die geteilten Rollen, bei denen beide Partner zu gleichen Anteilen bezahlte und unbezahlte Arbeit leisten.

Ein Viertel mit geteilten Rollen
Die Auswertung ergab zunächst, dass das traditionelle Rollenmodell zwischen 1986 und 20005 zwar weniger wurde, aber noch immer mit Abstand das häufigste bleibt, besonders bei Älteren und Paaren mit kleinen Kindern. Die zweitgrößte Gruppe bildete die Doppelbelastung der Frauen, bei denen diese arbeiten gingen und trotzdem Haushalt und Kinder nahezu alleine versorgten. Immerhin bis zu einem Viertel der 2005 Befragten gaben jedoch an, in einer Partnerschaft mit geteilten Rollen zu leben.

Geteilte Rollen bringen mehr Glück und weniger Stress für beide
Soweit so vorhersehbar. Wie aber sah es mit der Zufriedenheit und dem Glück der Paare aus? Die Auswertung ergab, dass sich die Partner in Beziehungen mit geteilten Rollen am zufriedensten und glücklichsten fühlten. Bei der traditionellen Rollenverteilung und ihrer umgekehrten Variante waren zwar die jeweils arbeitenden Partner zufrieden, aber dafür stark gestresst, die zuhause bleibenden zwar entspannt, aber eher unzufrieden. Die Doppelbelastung bedeutete sowohl Stress als auch Unzufriedenheit für den stärker belasteten Partner.

Zwar ist auch dieses Ergebnis nicht wirklich überraschend. Es weist nach Ansicht der Forschenden jedoch erneut darauf hin, wie wichtig es sein könnte, gesellschaftliche Möglichkeiten zu schaffen, damit mehr Paare die optimale Arbeitsverteilung für sich wählen können. Denn viele Doppelbelastungen oder traditionellen Rollenverteilungen sind nicht unbedingt auf den Wunsch der Menschen zurückzuführen, sonder auch den Zwang der Verhältnisse, weil es beispielsweise keine adäquaten Teilzeitarbeitsplätze gibt.
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