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Freitag, 10.02.2012
Erster Gasriese in explosivem Doppelsternsystem
Astronomen entdecken Gasplaneten in Doppelsternsystem QS Virginis
Chinesische Astronomen haben erstmals einen Exoplaneten in einem Doppelsternsystem im All entdeckt. Er verriet sich durch winzige Verzögerungen in den periodischen Helligkeitsschwankungen der beiden sich umkreisenden Sterne. Die Besonderheit dabei: Das Ende des Doppelsternsystems ist vorprogrammiert – und damit auch das des Planeten. Denn beide Sterne umkreisen sich so eng, dass bald einer dem anderen Material absaugen wird und letztlich als Nova explodiert.

Das Doppelsternsystem QS Virginis
Das Doppelsternsystem QS Virginis
© GFDL Das Doppelsternsystem QS Virginis
Das Doppelsternsystem QS Virginis liegt 157 Lichtjahre von der Sonne entfernt in Richtung auf das Sternbild Jungfrau. Es besteht aus einem kühlen Roten Zwerg und einem sehr dichten, heißen Weißen Zwerg. Beide Sterne liegen nur 840.000 Kilometer auseinander – das entspricht gerade einmal dem doppelten Abstand von Erde und Mond. Für erdbasierte Teleskope erscheinen die beiden Sterne daher als eins, die Existenz beider ist nur durch die leichten Helligkeitsschwankungen nachzuweisen, die entstehen, wenn sie sich bei ihren Umkreisungen wechselseitig verdecken.

Exoplanet verborgen im Doppelsternsystem
Doch in dem System verbarg sich noch etwas, wie jetzt ein chinesisches Astronomenteam unter Leitung von Professor Shengbang Qian vom Yunnan Observatorium herausfand. Die Wissenschaftler analysierten die Helligkeitsschwankungen von QS Virginis noch einmal genauer und stellten Erstaunliches fest: Die Dauer der jeweiligen Verdunkelungsphasen verschoben sich im Laufe der Zeit um ein winziges bisschen.

Erklären lässt sich das nach Ansicht der Astronomen nur durch einen Dritten im Bunde: einen bisher unbekannten Exoplaneten, der Teil dieses Systems ist und die beiden Sterne durch seine Schwerkrafteinwirkung beeinflusst. Aus ihren Messungen schließen die Forscher, dass dieser Planet ein Gasriese sein muss mit mindestens der 6,4 fachen Masse des Jupiter und einem durchschnittlichen Abstand von 630 Millionen Kilometer von den Sternen.

Explosives Ende vorprogrammiert
Vom Planeten aus gesehen erschienen die beiden Sterne als ziemlich kleine, immer eng beieinander stehende rötliche und weiße „Sonne“ am Himmel. Allerdings wird dies nicht lange so bleiben. Denn QS Virginis steht kurz vor dem Übergang zu einer so genannten kataklysmischen Variablen – einem Doppelsternsystem, in dem ein Weißer Zwerg seinem Partner Materie absaugt. In bestimmten Abständen wird die Wasserstoffdichte in der sich um den Weißen Zwerg bildenden Scheibe so hoch, dass Kernfusion einsetzt. Eine Explosion, eine Nova, ist die Folge, die den Stern für kurze Zeit extrem hell aufleuchten lässt. Der Wasserstoff wird dabei zu Helium umgewandelt.

Chance zur Beobachtungen der Folgen für einen Planeten
Für die Astronomen um Qian ist diese „tickende Zeitbombe” jedoch eine wertvolle Chance: „Endlich haben wir mal im Voraus Kenntnis von der Bildung einer kataklysmischen Variablen und damit die Chance zu studieren, was mit dem Planeten im Orbit darum geschieht“, so der Forscher. „Die wissenschaftliche Gemeinschaft sollte dieses System über die nächsten Jahrzehnte hinweg verstärkt beobachten - es könnte uns wertvolle Einblicke in diese exotischen Sterne liefern.“
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