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Freitag, 10.02.2012
Schönbär ist Schmetterling des Jahres 2010
Jury: Symbol für die Vielfalt der Natur und ihrer zunehmenden Bedrohung
Die Naturschutzstiftung des nordrhein-westfälischen BUND-Landesverbandes und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben den Schönbär Callimorpha dominula zum Schmetterling des Jahres 2010 gekürt. Für die Jury ist der Schönbär im Internationalen Jahr der Biodiversität ein Symbol für die Vielfalt der Natur und ihrer zunehmenden Bedrohung.

Ausgewachsener Schmetterling
Ausgewachsener Schmetterling
© Walter Schön Ausgewachsener Schmetterling
Er gehört zu den wenigen Nachtfalterarten, die auch tagsüber aktiv sind. Seinen Namen verdankt er seiner auffälligen Färbung und seiner „bärenartigen“ Behaarung als Raupe. Der Falter ist auf lichte und feuchte Wälder angewiesen, die durch intensive Forstwirtschaft und die Trockenlegung von Kleingewässern im Wald immer seltener werden. Das Mähen von Wegrändern und Bachufern zerstört außerdem die Pflanzen, auf denen seine Raupen leben, so die Jury.

Dichte Behaarung und leuchtend rote Hinterflügel
Die dichte Behaarung der Raupen des Schönbärs schützt vor Fressfeinden, die ihre Beute so nur schwer fassen können. Droht dem Falter Gefahr durch Vögel, zeigt er seine leuchtend roten Hinterflügel. Damit signalisiert er, ungenießbar zu sein. In der Ruhestellung legt der etwa fünf Zentimeter große Schmetterling seine schwarzen Vorderflügel mit den gelben und weißen Flecken dachförmig übereinander und ist damit gut getarnt.

Die Schmetterlinge saugen, so der BUND, im Juni und Juli Nektar an Disteln und anderen Blüten. Die Weibchen legen ihre Eier an verschiedene Pflanzen wie Brennnessel, Taubnessel, Hahnenfuß oder Himbeere ab. Im August schlüpfen die Raupen, die im Laub überwintern und sich Ende Mai in der oberster Erd- oder Krautschicht verpuppen.

Raupe des Schönbärs
Raupe des Schönbärs
© Eva Knon Raupe des Schönbärs
Schönbär in Gefahr
Doch der Schönbär ist in Gefahr. Grund: Er hat nur eine sehr lokale Verbreitung. Einige Bundesländer führen ihn mittlerweile in der Vorwarnstufe der Roten Liste. In Hessen und NRW beispielsweise gilt er als stark gefährdet (Stufe 2). Insgesamt ist der Bestand der Art in Deutschland in den letzten drei Jahrzehnten laut dem BUND stark zurückgegangen.

Mögliche Hilfsmaßnahmen sind: naturschonende Waldbewirtschaftung, Gewässer nicht trocken legen, Hochstauden wie Brennnesseln und Disteln erhalten.

Schmetterling des Jahres
Mit dem seit 2003 gekürten „Schmetterling des Jahres“ will die vom nordrhein-westfälischen Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegründete Stiftung auf die Bedrohung natürlicher Lebensräume für Schmetterlinge und anderer Tier- und Pflanzenarten aufmerksam machen. Insgesamt gelten bis zu 80 Prozent der heimischen Falter als bedroht.

Auch die Kampagne „Abenteuer Faltertage“ des BUND, die seit 2005 jährlich durchgeführt wird, dient dem Schutz der Schmetterlinge. Dabei werden unter Mithilfe der Bevölkerung leicht erkennbare Schmetterlingsarten gezählt.
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