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Freitag, 26.05.2017
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Deutscher Zukunftspreis für Thrombose-Tablette

Frank Misselwitz, Dagmar Kubitza und Elisabeth Perzborn ausgezeichnet

Bundespräsident Horst Köhler hat in Berlin den mit 250.000 Euro dotierten Deutschen Zukunftspreis 2009 an Dr. Frank Misselwitz, Dr. Dagmar Kubitza und Dr. Elisabeth Perzborn verliehen. Die Forscher von Bayer Schering in Wuppertal konnten sich mit ihrem Projekt „Thrombosen verhindern - eine Tablette kann Leben retten“ gegen zwei Konkurrenten durchsetzen, die die Jury ebenfalls für die Endrunde nominiert hatte.
Die drei siegreichen Forscher

Die drei siegreichen Forscher

Der Deutsche Zukunftspreis wurde 1997 ins Leben gerufen. Mit dem Preis würdigt der Bundespräsident Menschen, die mit ihren Innovationen Antworten auf aktuelle Herausforderungen für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft liefern.

In den Industrieländern sind Thrombosen - Blutgerinnsel, die die Gefäße verstopfen - eine der häufigsten Todesursachen. Die drei ausgezeichneten Forscher und ihre Teams fanden nach Angaben der Jury eine wirkungsvolle und unkomplizierte Therapie gegen diese gefährliche Erkrankung. Sie haben ein neuartiges Medikament entwickelt, das sich durch einen sehr effizienten Wirkmechanismus auszeichnet und das von den Patienten in Tablettenform eingenommen werden kann.

Wirkstoff Rivaroxaban senkt das Thromboserisiko


Grundlage dieser Innovation ist der bei der Bayer Schering Pharma identifizierte Wirkstoff Rivaroxaban, der selektiv und gezielt in die biochemischen Abläufe während der Blutgerinnung eingreift. Maßgeblich für die Thrombosenbildung ist das Enzym Faktor Xa, es steuert die Bildung des Enzyms Thrombin. Dieses spaltet Fibrinogen zu Fibrin – dem „Klebstoff“ der Blutgerinnung.


Indem er die Aktivität des Faktor-Xa-Enzyms hemmt, verringert der Wirkstoff Rivaroxaban das Thromboserisiko. Wichtig ist, dass er die Blutgerinnung nicht völlig verhindert, sodass der Körper weiterhin Blutungen, etwa nach einer Verletzung oder einer Operation, stoppen kann.

Einfache Anwendung


Rivaroxaban hat in Studien nicht nur eine höhere Wirksamkeit gezeigt als die bisherige Standardtherapie – bei vergleichbarem Sicherheitsprofil –, der Wirkstoff ermöglicht auch eine einfachere Anwendung: Die Patienten können ihn einmal täglich als Tablette einnehmen, während konventionelle Präparate für die Kurzeitanwendung gespritzt werden müssen. Auch eine regelmäßige Kontrolle des Blutbildes, zum Bespiel während der oralen Langzeit-Standardtherapie, sowie eine Anpassung der Dosis an Alter, Körpergewicht und Geschlecht des Patienten sind bei einer Behandlung mit Rivaroxaban nicht erforderlich.

Zwei weitere Projekte in der Endausscheidung


Neben dem Projekt „Thrombosen verhindern“ waren noch zwei weitere in die Endausscheidung um den Deutschen Zukunftspreis 2009 gekommen. Bereits die Nominierung ist eine hohe Auszeichnung: Wer die Jury überzeugt, gehört zum „Kreis der Besten“, zu den innovativsten Köpfen Deutschlands. Von Bundespräsident Horst Köhler wurden für ihre Leistungen mit einer Urkunde ausgezeichnet:

Hans-Jürgen Wildau und sein Team der BIOTRONIK SE & Co. KG, Berlin
mit dem Projekt „Botschaften von Herzen - Schrittmacher sendet E-Mail an Arzt“

und
Professor Volker Wittwer, Peter Schossig
Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE, Freiburg,
Ekkehard Jahns
BASF SE Ludwigshafen
mit dem Projekt „Mit kleinen Kugeln gegen den Klimawandel – Energieeffizienz und Komfort durch intelligente Baustoffe“ .
(Bundespräsidialamt, 04.12.2009 - DLO)
 
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