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Dienstag, 24.01.2017
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Eisen hilft Herzkranken

Tests zeigen bessere Leistungsfähigkeit und höheres Wohlbefinden nach Therapie

Berliner Forscher haben entdeckt, dass intravenös verabreichte Eisenpräparate die Lebensqualität vieler Herzkranker deutlich verbessern können. Das Team stellt die Ergebnisse der weltweit ersten großen Studie zur Wirkung einer Eisentherapie bei Patienten mit Herzschwäche in der Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ vor.
Modell eines menschlichen Herzens

Modell eines menschlichen Herzens

„Eisenmangel spielt bei sehr vielen schweren Erkrankungen eine Rolle“, erklärt Professor Stefan Anker von der Charité - Universitätsmedizin Berlin. Bekannt ist, dass bei Tumoren, Lungen- oder Nierenleiden ein Eisenmangel häufig in eine Anämie mündet.

Eine Spritze mit Eisen


Dabei produziert der Körper entweder zu wenig roten Blutfarbstoff, das so genannte Hämoglobin, oder zu wenig rote Blutkörperchen, was zu körperlicher Schwäche, Kurzatmigkeit, Kopfschmerzen, Ohnmachtsanfällen und Schlaflosigkeit führen kann. Diese Patienten bekommen schon heute oft eine Spritze mit Eisen.

„Doch bisher dachte niemand daran, die Wirkung von Eisen auch bei Herzschwäche zu testen“, betont Anker. „Dabei konnte unsere Gruppe feststellen, dass die Gabe von intravenösem Eisen nicht nur herzkranken Menschen mit Anämie spürbar hilft, sondern auch denen, deren Krankheit ‚nur‘ mit einem Eisenmangel ohne Anämie einher geht.“


Erste Erfolge bereits nach vier Wochen


An der neuen Studie beteiligten sich insgesamt 75 Kliniken in elf Ländern. Die Forscher untersuchten 459 Patienten, die Symptome einer verminderten Pumpfunktion des Herzens zeigten und bei denen Eisenmangel im Blut nachgewiesen wurde. Zwei Drittel erhielten eine Therapie mit dem Wirkstoff Ferric Carboximaltose, ein Drittel ein Placebo.

„Wir hatten mit einer so schnellen Besserung nicht gerechnet“, berichtet Anker. Doch schon nach vier Wochen Therapie zeigten sich signifikante Resultate. Nach 24 Wochen sagten 50 Prozent der Patienten mit Eisentherapie, dass sie sich wesentlich besser fühlten - in der Placebogruppe waren es nur 27 Prozent. Die Patienten mit Eisentherapie waren auch deutlich weniger kurzatmig. Die Strecke, die sie innerhalb von sechs Minuten zu laufen imstande waren, erhöhte sich um 35 Meter im Vergleich zur Placebogruppe. Auch die Lebensqualität der Patienten hatte sich deutlich gebessert.

Eisentherapie gut verträglich


„Intravenöses Eisen kann also vielen Patienten mit Herzschwäche wirklich helfen“, folgert Anker. „Nach unseren Ergebnissen ist es auch sehr gut verträglich. Der größte Vorteil liegt darin, dass es die Mittel schon gibt.“ Er rät Patienten mit Herzschwäche, den Eisenspiegel testen zu lassen und bei Eisenmangel oder Anämie mit dem Arzt über eine intravenöse Therapie zu sprechen.

Sein nächstes Vorhaben ist, die Wirkung von Eisen bei Patienten mit Herzschwäche ohne Einschränkung der Pumpfunktion zu testen. „Es ist gut möglich, dass wir hier auf ein weites Forschungsfeld gestoßen sind“, so Anker.
(idw - Charité-Universitätsmedizin Berlin, 25.11.2009 - DLO)
 
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