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| Efeu ist Arzneipflanze des Jahres 2010 |
| Pflanzenextrakt hilft bei Bronchialerkrankungen und bei akuten Entzündungen der Atemwege |
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Efeu wächst in fast jedem Garten. In der Großstadt wie auf dem Dorf bedeckt er Mauern oder klettert an Bäumen hinauf. Kaum jemand allerdings weiß, dass der Efeu eine heilende Wirkung ausübt. Würzburger Wissenschaftler haben ihn darum zur „Arzneipflanze des Jahres 2010“ gekürt. Der Efeu ist Nachfolger des Fenchels, der Arzneipflanze des Jahres 2009. |
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|  | Efeu © Foto: Martin Bauer GmbH & Co. KG  | Bereits die Ärzte der Antike nutzten Efeublätter und Efeufrüchte: als Schmerzmittel oder, in Salben verarbeitet, bei Verbrennungen. Heute kommt ein Extrakt aus den gelappten Blättern des Efeus zum Einsatz. Er bessert die Beschwerden bei chronisch-entzündlichen Bronchialerkrankungen und bei akuten Entzündungen der Atemwege. Auch bei Keuchhusten wird er zur Linderung eingesetzt. Die für diese Wirkungen hauptverantwortlichen Inhaltsstoffe heißen Saponine.
Wirksamkeit durch Studien belegt
Die Wirksamkeit des Efeu-Extrakts sei durch klinische Studien belegt, wie Franz-Christian Czygan, Johannes Gottfried Mayer und Konrad Goehl vom Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde der Universität Würzburg berichten.
Aber Achtung: Der Efeu hat auch gefährliche Wirkungen. Frische Efeublätter und ihr Saft können beispielsweise nach Kontakt mit der Haut allergische Entzündungen verursachen. Und an den Beeren der Pflanze können sich besonders Kinder vergiften - Übelkeit, Durchfall und Erbrechen sind die Folgen.
Efeu in der Kulturgeschichte
Wie kaum eine andere Heilpflanze ist der Efeu mit der europäischen Kulturgeschichte verbunden. Er galt früher als Wahrzeichen des ewigen Lebens, als Symbol für Liebe und Treue. Bei den Ägyptern war er dem Osiris, im antiken Griechenland dem Dionysos geweiht. Man verstand ihn damals als Hinweis auf die Präsenz des Gottes.
Dichter bekränzte man mit Efeu, weil der Efeu auch eine heilige Pflanze der Musen war. Brautpaare erhielten Efeuzweige als Sinnbild ihrer immerwährenden Verbundenheit. Im frühen Christentum finden sich Efeuranken auf Sarkophagen, im Mittelalter schmücken sie Kirchen und Kathedralen, in Stein gehauen - Reims, Marburg - oder in Holz geschnitzt (Altenburger Dom).
Wo der Name des Efeus herkommt
Das deutsche Wort Efeu geht wahrscheinlich auf einen alten Wortstamm „ebah“ oder „ifig“ (altsächsisch) zurück, was soviel wie „Kletterer“ heißt. Früh wurde der Wortstamm nach Angaben der Forscher mit „Heu“ verbunden: althochdeutsch „ep-höu“ "ebe-höu", was „Kletterlaub“ bedeuten könnte.
Der botanische Name Hedera helix leitet sich nach Ansicht der Wissenschaftler vermutlich von dem griechischen Begriff hédra – Sitz - ab, weil die Pflanze auf dem Baum „sitzt“. Helix kommt vom griechischen Wort helissein - winden, drehen -, denn der Efeu windet sich um den Baum herum. Bei den Griechen hieß der Efeu kissós, was ebenfalls „Schlinge“ bedeutet.
Wer die Arzneipflanze des Jahres bestimmt
Seit 1999 wählt der Würzburger Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde die Arzneipflanze des Jahres. Er besteht aus Medizinhistorikern, Ärzten, Apothekern und Biologen. Zum Teil wirken auch Studierende und Dozenten mit.
Was die Arzneipflanze des Jahres auszeichnet
Jedes zur Arzneipflanze des Jahres gekürte Gewächs soll eine interessante Kultur- und Medizingeschichte aufweisen und in gut belegten oder viel versprechenden pharmakologischen und klinischen Studien überprüft sein. Dabei berücksichtigt der Studienkreis zum Teil wenig bekannte Pflanzen, wie den Stechenden Mäusedorn, um der Öffentlichkeit das große Spektrum der Heilpflanzen näher zu bringen. Oder er wählt, wie im Fall des Efeus oder der Pfefferminze, sehr bekannte Pflanzen, über deren Heilwirkung aber nur wenige Menschen Bescheid wissen.
Bisherige Arzneipflanzen des Jahres
Bislang hat der Studienkreis folgende Arzneipflanzen des Jahres gewählt. 1999: Buchweizen; 2001: Arnika; 2002: Stechender Mäusedorn; 2003: Artischocke; 2004: Pfefferminze; 2005: Arzneikürbis; 2006: Thymian; 2007: Hopfen; 2008: Gemeine Roßkastanie, 2009: Fenchel.
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| (idw - Universität Würzburg, 23.11.2009 - DLO) |
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