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Sonntag, 28.05.2017
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CO2-Emissionen steigen trotz Wirtschaftskrise

Anstieg auch 2008 ungebremst, Entwicklung nahe am „Worst-Case“-Szenario der IPCC

Trotz der weltweiten wirtschaftlichen Einbrüche durch die Finanzkrise sind die Treibhausgasemissionen 2008 um weitere zwei Prozent gestiegen. Sie haben damit einen Rekordwert von 1,3 Tonnen Kohlenstoff pro Kopf und Jahr erreicht. Das ergab eine jetzt in „Nature Geoscience“ veröffentlichte Studie.
Emissionen steigen trotz Wirtschaftskrise

Emissionen steigen trotz Wirtschaftskrise

Mehr als 30 Klimaforscher von internationalen Klimaforschungseinrichtungen weltweit stellen alljährlich den Jahresbericht des Global Carbon Projects (GCP) zusammen. In ihm werden die aktuellen Entwicklungen der Treibhausgasemissionen und des menschlichen Einflusses auf das atmosphärische CO2 erfasst und veröffentlicht. Der jetzt erschienene Bericht für 2008 zeigt, dass die Finanzkrise und die damit verbundenen Wachstumsrückgänge in vielen Ländern offenbar die Emissionen nicht weiter gebremst haben.

Höchststand von 385 ppm in 2008


Der Zuwachs lag 2008 bei rund vier Milliarden metrischen Tonnen Kohlenstoff und schraubte damit die atmosphärischen CO2-Konzentrationen auf den bisherigen Höchststand von 385 parts per million (ppm). Die Werte liegen damit 38 Prozent über dem präindustriellen Niveau. Den größten Anteil am Anstieg haben Treibhausgasemissionen durch fossile Brennstoffe, sie haben sich seit 1990 sogar um 41 Prozent erhöht. Nach Aussagen der Forscher wurden die steigenden Emissionen aus fossilen Brennstoffen im letzten Jahr vor allem durch vermehrte Nutzung von Kohlen verursacht, aber es gab auch geringere Beiträge durch Öl und Entwaldung.

Nahe am „Worst-Case”-Szenario


Damit bewegen sich die Werte sehr nahe am „Worst Case“-Szenario des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). „Der gegenwärtige Anstieg der CO2-Emissionen ist eng verbunden mit dem Wachstum des Bruttoninlandsprodukt“, erklärt Mike Raupach von der australischen Forschungsorganisation CSIRO, einer der Hauptautoren der Studie. „Zwar wird es noch kleinere Abnahmen durch die Weltfinanzkrise geben, aber die Zunahme der anthropogenen Emissionen wird weitergehen, wenn sich die Wirtschaft wieder erholt – es sei denn die globalen Bemühungen um Emissionsreduktionen werden beschleunigt.“


Dem Bericht des Global Carbon Projects zufolge ist der Zuwachs der Emissionen in den Entwicklungsländern in Teilen auf die Produktion von verarbeiteten Gütern für die Industrieländer zurückzuführen. In China alleine beruhen 50 Prozent der Emissionssteigerungen von 2002 bis 2005 auf den Export-orientierten Industrien.

Senken halten nicht Schritt


Erschwerend kommt hinzu, dass die natürlichen Bremsen im Klimasystem, die so genannten Senken, mit den rasant steigenden CO2-Mengen nicht Schritt halten. Der Anteil des CO2, das nicht von Pflanzen oder dem Meer aufgenommen wird, steigt – in den letzten 50 Jahren von 40 auf 45 Prozent. „Das ist besorgniserregend, weil es die Sensibilität der Senken gegenüber steigenden Emissionen und dem Klimawandel zeigt und die natürlichen Senken zu weniger effektiven ‚Waschmaschinen der menschlichen Kohlenstoffverschmutzung‘ macht“, erklärt der Exekutiv-Direktor des GCP, Klimaforscher Pep Canadell von der CSIRO.
(CSIRO Australia, 20.11.2009 - NPO)
 
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