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Freitag, 20.10.2017
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GEOTECHNOLOGIEN Rätselbild Juni 2004

Die Lösung

Vor der Küste Namibias wallen von Zeit zu Zeit riesige Wolken hochgiftigen Schwefelwasserstoffs aus der Meerestiefe auf – mit meist katastrophalen Folgen für das marine Ökosystem. Einen solchen Gasausbruch zeigt dieses Satellitenbild.

Gasausbruch vor der Küste Namibias

Gasausbruch vor der Küste Namibias

Von Bakterien in der Meerestiefe erzeugt, steigt das Gas dabei zunächst bis in sauerstoffreichere, höhere Wasserschichten auf. Hier reagiert es mit dem im Wasser gelösten Sauerstoff und flockt erst zu weißlichem, dann zu gelberem Schwefel aus. Diese Flocken sind, gemischt mit dem bläulichen Wasser, für die giftgrüne Farbe des Wassers verantwortlich.

Warum diese Gasausbrüche immer wieder auftreten, ist bis heute nicht ausreichend geklärt. Wissenschaftler vom Institut für Ostseeforschung in Warnemünde (IOW) und vom Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie in Bremen waren deshalb bereits mehrfach im Rahmen des vom Programm GEOTECHNOLOGIEN geförderten Projekts NAMIBGAS (Themenschwerpunkt Kontinentränder) vor Namibia unterwegs.

Sie konnten dabei unter anderem eine weitverbreitete Hypothese entkräften, nach der die Quelle des toxischen Gases ausschließlich im Sediment des Meeresgebietes liegt. Bakterien im Meeresgrund, so die Annahme, produzieren den Schwefelwasserstoff bei der Zersetzung von herabsinkender organischer Materie. Dieser wird dann entweder nach und nach oder aber abrupt aus dem Sediment freigesetzt.

Soweit die gängige Theorie. Doch die Ergebnisse vor Ort widersprachen dem: Die NAMIBGAS-Forscher hatten direkt während einer Gaseruption Wasser- und Sedimentproben genommen, an denen sich ablesen ließ, dass auch in der Wassersäule über dem Sediment Schwefelwasserstoff erzeugt wurde.

Trotz dieser ersten überraschenden Erkenntnis ist die Erforschung des „rätselhaften Phänomens“ allerdings noch lange nicht abgeschlossen. So müssen die Wissenschaftler noch klären, wie und welche Bakterien genau den Schwefelwasserstoff produzieren und unter welchen Bedingungen und auch die räumliche und zeitliche Verteilung der Gaseruptionen soll noch weiter erfasst werden.

Mehr zur NAMIBGAS-Expedition lesen Sie hier in g—o.de
(NAMIBGAS; GEOTECHNOLOGIEN; NASA/GSFC, 24.06.2004 - NPO)
 
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