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Dienstag, 26.09.2017
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Junge Planeten sind “hyperaktiv” und chaotisch

Taumelnde Bahnen bewirken Kollisionen von Materieresten

Bevor die Planeten unseres Sonnensystems ihre endgültigen stabilen Umlaufbahnen gefunden hatten, eierten und taumelten sie umher. Jetzt hat das Spitzer-Teleskop der NASA ein junges Planetensystem aufgenommen, in dem die gleiche Art von orbitaler „Hyperaktivität“ herrscht. Wie die Astronomen in der Fachzeitschrift „Astrophysical Journal“ berichten stören die jungen Planeten ständig die Bahnen von kleineren, kometenähnlichen Objekten und bringen sie zum Kollidieren. Als Folge bildet sich eine gewaltige Staubscheibe.
Ausgedehnter Halo aus feinem Staub um den Stern HR 8799 und seine drei jungen Planeten

Ausgedehnter Halo aus feinem Staub um den Stern HR 8799 und seine drei jungen Planeten

Der Stern 8799 sorgte bereits im November 2008 für Aufsehen, den er war der erste Stern, dessen Planeten Astronomen direkt beobachten und aufnehmen konnten. Die Teleskope des W.M. Keck Observatory und des Gemini Observatory auf Hawaii machten Aufnahmen von drei Planeten, die alle mehr als die zehnfache Größe des Jupiter besaßen. Der Zentralstern dieses Systems und das gesamte System mit ihm sind deutlich jünger als unser Sonnensystem. Jetzt ist es erstmals gelungen, mit Hilfe des Spitzer-Weltraumteleskops der NASA, auch die rotierende Staub- und Trümmerscheibe um HR 8799 abzubilden.

Kollisionen erzeugen ungewöhnlich große Staubwolke


Nach Angaben des Spitzer-Teams, geleitet von der Astronomin Kate Su von der Universität von Arizona in Tucson ist eine große Staubwolke wie diese sehr ungewöhnlich. Sie schließen daraus, dass die großen Staubmengen von den Kollisionen kleinerer Objekte wie Kometen oder eisreicher Asteroiden stammen. Die Schwerkraft der drei großen Planeten stört die Bahnen der kleineren Himmelskörper und provoziert damit die Zusammenstöße. Die Astronomen vermuten, dass die Planeten ihre endgültigen Bahnen noch nicht eingenommen haben, insofern sind weitere

Direkter Zusammenhang zwischen Planeten und Scheibe


„Das System ist sehr chaotisch und die Kollisionen erzeugen eine gewaltige Wolke aus feinem Staub“, erklärt Su. „Das aufregende ist, dass wir hier eine direkte Verbindung haben zwischen einer planetaren Scheibe und Planeten, die wir direkt beobachten konnten. Wir erforschen solche Scheiben schon seit langem, aber dieser Stern und der Stern Formalhaut sind die einzigen beiden Beispiele, wo wir die Beziehung zwischen den Positionen der Planeten und der Staubscheibe genauer studieren können.“


Nach Ansicht der Wissenschaftler erlebte auch unser Sonnensystem einmal eine ähnliche Phase der Planetenmigrationen. Jupiter und Saturn wanderten sogar relativ stark und schleuderten Kometen umher, einige davon auch auf die junge Erde. Möglicherweise verdankt unser Planet dieser so genannten Phase des „späten starken Bombardements“ sogar einen Großteil ihres Wassers. Eisreiche Asteroiden und Kometen könnten es auf die Erde gebracht haben.
(NASA/JPL, 11.11.2009 - NPO)
 
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