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Mittwoch, 24.05.2017
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Junge Galaxie produziert Sterne wie am Fließband

12,5 Milliarden Lichtjahre entfernte Sternenbildungsregion erzeugt 50 Sonnen pro Jahr

Bis zu 50 Sterne pro Jahr können die jungen Galaxien im Universum produzieren. Diese erstaunlich hohe Rate der Sternenbildung – hundertfach höher als bisher angenommen - haben jetzt Astronomen erstmals in der Galaxie MS1358arc entdeckt. Wie sie in der Fachzeitschrift „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society” berichten, könnte auch unsere Milchstraße in ihrer „Jugend“ so aktiv gewesen sein.
Als rötlicher Bogen erscheint die ferne Galaxie MS1358arc durch die Gravitationslinse.

Als rötlicher Bogen erscheint die ferne Galaxie MS1358arc durch die Gravitationslinse.

Astronomen der Universität von Durham in England haben die Technik der Gravitationslinsen genutzt, um einen Einblick in eine der weitesten entfernten Sternenbildungsregionen unseres Universums zu werfen. Mit Hilfe von Aufnahmen des Teleskops Gemini North auf Hawaii und der NASA-Weltraumteleskope Hubble und Spitzer analysierten sie die Sternenbildungsrate in der Galaxie MS1358arc, einer 12,5 Milliarden Lichtjahre entfernten Formation. Die bisher detaillierteste Analyse einer solchen Galaxie erbrachte prompt Erstaunliches:

50 neue Sterne pro Jahr


Zur großen Überraschung der Forscher entstanden in der noch jungen Galaxie weitaus mehr und schneller Sterne als erwartet. „Angesichts der Größe der Sternenbildungsregion hätten wir erwartet, dass sie Sterne mit der Rate von rund einer Sonne pro Jahr erzeugt, doch sie ist viel aktiver“, erklärt Mark Swinbank vom Institut für computergestützte Kosmologie der Durham Universität. 50 Sterne pro Jahr registrierten die Astronomen – und damit rund hundert Mal mehr als zuvor angenommen.

Auch die Milchstraße war mal so produktiv


Die junge, rund 6.000 Lichtjahre große Galaxie hat nach Angaben der Forscher alle Merkmale, die sie später einmal zu einer neuen „Milchstraße“ ähnlich der unsrigen werden lassen. Entsprechend groß ist die Tragweite der neuen Erkenntnisse. „Wir glauben, dass diese Galaxie ziemlich typisch ist für Galaxien diesen Alters und erwarten daher, dass auch die Milchstraße einmal so aussah, als sie ihre ersten Sterne bildete“, so Swinbank. „Im Prinzip sehen wir hier die Geburt der ersten Generation von Sternen in einer Galaxie wie der Milchstraße. Das gibt uns einen einzigartigen Einblick in die Anfänge unserer eigenen Galaxie.“
(Durham University, 11.11.2009 - NPO)
 
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