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Mittwoch, 18.10.2017
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Kaffeetrinken hinterlässt Spuren im Körper

Forscher weisen Zusammenhang zwischen Stoffwechselprodukten und Höhe des individuellen Kaffeekonsums nach

Münchener Wissenschaftler haben in einer groß angelegten Studie erstmals Stoffwechselprodukte im menschlichen Organismus nachgewiesen, die in direktem Zusammenhang mit der Höhe des individuellen Kaffeekonsums stehen.
Frischer Kaffee

Frischer Kaffee

Die Ergebnisse sind ein Beleg dafür, dass sich der Einfluss einzelner Ernährungsfaktoren auf den menschlichen Stoffwechsel mit Hilfe gezielter Studien und hochleistungsfähiger Technologien detailliert abbilden lässt. Dies eröffnet neue Perspektiven für die Erforschung ernährungsbedingter Krankheitsbilder, wie beispielsweise Typ 2 Diabetes mellitus, schreiben die Forscher in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Molecular Nutrition and Food Research“.

Zwei Klassen von Lipiden beeinflusst


In einer umfangreichen Metabolismus-Studie untersuchten Professor Karsten Suhre und seine Kollegen vom Helmholtz Zentrum München im Blutserum von insgesamt 284 männlichen Probanden jeweils 363 Metaboliten. Dabei ergab sich, dass durch Kaffeekonsum zwei Klassen von Lipiden beeinflusst werden: die Konzentration der Sphingomyeline steigt an, während die der Acylcarnitine abnimmt.

Die Proben stammten aus der Bevölkerungskohorte KORA - Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg - des Helmholtz Zentrums München und wurden von einer Biotechnologiefirma in Innsbruck analysiert.


Über den Einfluss von Kaffeekonsum auf die menschliche Gesundheit gibt es seit langem wissenschaftliche Kontroversen. Bislang fehlten vor allem geeignete Methoden, um die Zusammenhänge eindeutig im Stoffwechsel nachzuweisen.

363 Metabolite gleichzeitig untersucht


In der nun vorliegenden Studie gelang dies erstmals, weil zwei wesentliche Voraussetzungen neu gegeben waren: Zum einen konnte aus einer umfassenden Datenbasis geschöpft werden - KORA bietet wertvolles Probenmaterial mit detaillierten Angaben zu Lebensstil- und Ernährungsfaktoren der Studienteilnehmer.

Zum anderen konnten die Wissenschaftler der Metabolomics-Plattform dank einer neuen Hochleistungstechnolologie, der Elektrospray-Ionisations-Tandem-Massenspektrometrie, in jeder der 284 untersuchten Proben 363 zuvor ausgewählte Metabolite gleichzeitig untersuchen. In früheren Untersuchungen konnten jeweils nur einzelne Stoffwechselprodukte betrachtet werden.

Weitere Studien geplant


Mehrere Studien stellten bereits fest, dass die Konzentration von Gesamtcholesterin im Organismus ebenfalls mit zunehmendem Kaffeekonsum ansteigt. Dies bringt die Wissenschaftler zu einer neuen These: „Wir vermuten, dass der Anstieg der beiden Lipidkonzentrationen in direktem Zusammenhang mit den Änderungen im Cholesterinspiegel steht“, sagt Dr. Elisabeth Altmaier, die für die Studie federführende Wissenschaftlerin im Metabolomics-Team.

Weitere Untersuchungen zur Auswirkung von unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten auf den menschlichen Metabolismus sollen nun folgen.
(Helmholtz Zentrum München, 22.10.2009 - DLO)
 
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