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Samstag, 11.02.2012
Terahertz-Signale für eine Handvoll Euro
Durchbruch in der Terahertz-Spektroskopie gelungen
Physikern ist ein Durchbruch in der Terahertz-Spektroskopie gelungen. Wie die Marburger und Braunschweiger Wissenschaftler im Online-Fachmagazin „Optics Express“ zeigen, lassen sich technisch nutzbare Terahertz-Signale auch mittels Laserdioden erzeugen, die im Vergleich zu hochwertigen Femtosekundenlasern so gut wie nichts kosten.

Maik Scheller beim Justieren des Spektrometers
Maik Scheller beim Justieren des Spektrometers
© Tim van de Bovenkamp / Universität Marburg Maik Scheller beim Justieren des Spektrometers
„Mit der neuen Methode sollte ein Terahertz-Spektrometer für jedermann erschwinglich werden“, sagt der Marburger Halbleiterphysiker Professor Martin Koch, Seniorautor der Studie, „auch der Einzug der Terahertz-Technologie in industrielle Anwendungen dürfte sich damit erheblich beschleunigen.“

Schonende Durchleuchtung von Materialien
Terahertzstrahlen, deren Frequenzen zwischen denen von Mikrowellen und des infraroten Lichtes liegen, gelten als letzte Domäne des elektromagnetischen Spektrums, die technisch noch nahezu unerschlossen ist. Sie erlauben die Durchleuchtung von Materialien, ohne diese zu beschädigen. Daher bietet sich ein Einsatz in großtechnischen Verfahren an, etwa die Überwachung von Fertigungsprozessen in der Lebensmittel-, Papier- und Kunststoffindustrie. Auch der Wasserstatus von Nutzpflanzen kann mittels Terahertz-Wellen erfasst werden.

Teure Terahertz-Spektrometer
Da in diesem Frequenzbereich auch interessante physikalische Effekte zu beobachten sind, haben Terahertz-Spektrometer inzwischen in Forschungslaboratorien auf der ganzen Welt Einzug gehalten. Jedoch sind breitbandige Terahertz-Spektrometer äußerst kostspielig. Herzstück dieser Geräte ist ein so genannter Femtosekundenlaser, der mit 20.000 Euro oder mehr zu Buche schlägt.

Die Forscher der Technischen Universität Braunschweig und der Philipps-Universität Marburg konnten nunmehr nachweisen, dass man die teuren Systeme durch eine einfache Laserdiode für zehn Euro ersetzen kann und dennoch pulsförmige Terahertz-Signale erhält.

Neue Technik im Einsatz
„Experimente zur Terahertz-Erzeugung mit einzelnen Laserdioden hat es auch schon früher gegeben“, erläutert Maik Scheller, der Urheber der neuen Technik. Er setzte für seine Experimente so genannte Multi-Mode-Laserdioden ein, die einen gleichmäßigen Kamm von Laserlinien aussenden. „Man hatte bisher übersehen und auch nicht verstanden, dass man mit Multi-Mode-Laserdioden Signale erzeugen und detektieren kann, die denen in gepulsten Terahertz-Spektrometern sehr ähneln", erklärt Scheller, der seine Forschungen in Braunschweig begann und derzeit in Kochs Marburger Labor arbeitet.

„Der neue Ansatz verbindet die praktische Anwendbarkeit von Terahertz-Spektrometern mit einer bislang unerreichten Kosten-Effizienz“, schlussfolgern die Wissenschaftler aus ihren Experimenten in Optics Express.
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