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Montag, 23.10.2017
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Schweinegrippe: Risiko für indigene Völker besonders hoch

Bereits hohe Infektionsraten unter den Ureinwohnern Kanadas

Ein von der Menschenrechtsgruppe Survival International veröffentlichter Bericht zeigt, dass Indigene auf der ganzen Welt ein sehr hohes Risiko der Ansteckung mit Schweinegrippe aufweisen. Viele der meist sehr armen Menschen haben ein schwaches Immunsystem und leiden ohnehin schon an chronischen Grundkrankheiten. Erste Fälle von extrem hohen Infektionensraten sind bereits bekannt.
Die Matsigenka Indigenen waren schon von  der Schweinegrippe betroffen.

Die Matsigenka Indigenen waren schon von der Schweinegrippe betroffen.

Survival International ist eine weltweit aktive Nicht-Regierungsorganisation, die sich für die Rechte von indigenen Völkern einsetzt. Ihr jetzt veröffentlichter Bericht „Die Schweinegrippe und indigene Völker“ belegt, dass Indigene in Australien und Kanada bereits schwer von der Schweinegrippe-Pandemie getroffen worden sind. Die Mehrheit der Angehörigen dieser Völker lebt in Armut. Sie leiden an zu engen Wohnverhältnissen und mangelhaften Sanitäreinrichtungen, es gibt hohe Raten chronischer Krankheiten wie Diabetes, Herzleiden, Fettleibigkeit und Alkoholismus.

Extem hohe Infektionsraten bei kanadischen Indianern


Der Bericht erscheint nur wenige Tage, nachdem First Nations-Gemeinden in der kanadischen Provinz
Manitoba Lieferungen von Leichensäcken erhalten hatten, zusammen mit Desinfektionsmittel für die Hände und Schutzmasken. In Gemeinden der kanadischen Ureinwohner in Manitoba lagen die Infektionsraten bei 130 auf 100.000 Einwohner, verglichen mit lediglich 24 auf 100.000 bei der Gesamtbevölkerung. Die kanadische Regierung schickte die Desinfektionsmittel nur verzögert in die Reservate-Gemeinden, obwohl viele Haushalte keinen Zugang zu sauberem Wasser haben. In den Gemeinden ist Alkoholismus weitverbreitet, so dass befürchtet wurde, Abhängige könnten den Alkohol im Desinfektionsmittel konsumieren.

Häuptling David Harper sagte dem kanadischen Sender CBC: „Ich appelliere an das kanadische Volk, mit uns zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass das Monster-Virus möglichst wenig Todesopfer fordert. Schickt uns keine Leichensäcke. Helft uns bei der Organisation. Schickt uns Medikamente.“ Armand MacKenzie von den Innu in Ost-Kanada sagte: „Ich hoffe, dass in Kanada die Wörter „höchste erreichbare Gesundheitsstandards“ mehr bedeuten als Leichensäcke an First Nations-Gemeinden zu schicken. Wir brauchen einen richtigen Plan gegen die Pandemie in Partnerschaft mit den First Nations“.

Isolierte Völker ohne Immunität gegen Influenza


Der Bericht verleiht auch der Sorge um isoliert lebende Volksgruppen Ausdruck, die keine Immunität gegen von außen eindringende Krankheiten besitzen. Für sie kann sogar eine ganz normale Erkältung tödlich enden. Angehörige der Matsigenka im peruanischen Amazonasgebiet haben sich bereits die Schweinegrippe zugezogen, was Sorgen auslöst hinsichtlich der Gesundheit der unkontaktierten Indigenen in der Umgebung. Jeder Kontakt mit Trägern des Virus, die von außerhalb kommen, könnte ganze Gemeinden vernichten.

Survival-Direktor Stephen Corry erklärte: “Es ist keine Überraschung, dass Indigene am schlimmsten von der Schweinegrippe betroffen sind. Jahre des Kolonialismus und einer erzwungenen Assimilierungspolitik haben sie im Elend und mit chronischen Gesundheitsproblemen zurück gelassen. Dieser Bericht ist nüchterne Lektüre, aber er sollte auch als Weckruf für jene Regierungen dienen, die zu lange die gesundheitlichen Bedürfnisse ihrer verletzlichsten Bevölkerungsgruppen nicht zur Kenntnis
genommen haben.“
( Survival Deutschland, 13.10.2009 - NPO)
 
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