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Sonntag, 21.03.2010
Klimawandel: Grönlandeis fragiler als angenommen
Vergangene Erwärmungsphase ließ Eismassen deutlich schrumpfen
Die Eisdecke Grönlands ist offenbar weitaus empfindlicher gegenüber Klimaerwärmungen als bisher angenommen. Eine jetzt in „Nature“ veröffentlichte Studie hat die Veränderungen der grönländischen Gletscher in den letzten 10.000 Jahren anhand von Eisbohrkernen untersucht und dabei deutliche Hinweise auf eine starke Schrumpfung des Eises während einer Warmperiode entdeckt.

Grönland
Grönland
© NASA
Wie reagieren die großen Eiskappen unserer Erde auf den Klimawandel? Für die Entwicklung der Temperaturen und des Meeresspiegels der kommenden Jahrzehnte ist diese Frage von fundamentaler Bedeutung. Doch die Dynamik der Gletscher ist alles andere als einfach. Ihre Komplexität macht es extrem schwer, die Eisentwicklung zu modellieren und vorherzusagen. Eines der wichtigsten Anhaltspunkte bildet daher das Verhalten des Eises bei vergangenen Klimaveränderungen. Bisher allerdings waren die Erkenntnisse darüber sehr widersprüchlich.

Wissenschaftler der Universität von Kopenhagen um Bo Vinther haben nun erneut Eisbohrkerne aus Grönland und der Arktis ausgewertet, die die Entwicklung der Eisdecke der letzen 10.000 Jahre widerspiegeln. In ihrer Studie nutzen sie Methoden aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, um die bisher uneinheitlichen Daten und Ergebnisse zu standardisieren.

Ihre Auswertungen zeigen, dass das Eis Grönlands während einer deutlichen Erwärmung des Klimas auf der Nordhalbkugel in der Zeit vor 9.000 bis vor 6.000 Jahren stark reagierte. Besonders die Ränder der großen Eiskappe schmolzen und dünnten aus. Diese nun nachgewiesen Korrelation zwischen Schrumpfen und Erwärmung könnte auch für die zukünftige Entwicklung des Grönlandeises entscheidend sein. Möglicherweise werden die Gletscher schneller tauen als bisher angenommen.
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