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Mittwoch, 23.05.2012
Klimaschutzziele auch für Schwache?
Studie: Weltweiter Konsens im Klimmaschutz möglich
Der vom Menschen gemachte Klimawandel birgt erhebliche zusätzliche Risiken für die Armen dieser Welt. Ihnen fehlen die notwendigen Gelder und technischen Möglichkeiten, um sich den erwarteten negativen Auswirkungen des Klimawandels - wie zunehmende Naturkatastrophen oder steigende Meeresspiegel - anzupassen.
Eine im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) erstellte Studie kommt jetzt zu dem Ergebnis: Ein weltweiter Konsens der Vertragsparteien der Klimarahmenkonvention über anspruchsvolle, langfristige Klimaschutzziele ist nötig. Und er ist grundsätzlich möglich.


CO2-Emittent Kraftwerk
CO2-Emittent Kraftwerk
© BMU/H.G.Oed
Besonders betroffen sind Menschen in Entwicklungsländern. Sie werden zu Opfern, obwohl sie selbst kaum zum Klimawandel beigetragen haben. Denn die Hauptverursacher des Problems sind die Industrieländer, die durch ihre auf Kohle, Öl und Gas basierende Energieversorgung das Klima unserer Erde anheizen. Deshalb muss die Klimaschutzpolitik aus Gründen der Vorsorge und Gerechtigkeit auch die Interessen dieser Menschen berücksichtigen. Anspruchsvolle Klimaschutzziele sind erforderlich, um die Risiken für die Schwachen mindern.

Der internationale Klimaschutz zielt darauf, den Trend ständig anwachsender Treibhausgasmengen in der Atmosphäre zu brechen und langfristig zu stabilisieren. Dabei soll die Nahrungsmittelversorgung gesichert, Ökosysteme geschützt und eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung ermöglicht sein. Die Vertragsparteien der Klimarahmenkonvention treffen sich vom 16.-25. Juni 2004 in Bonn. Hier sollte eine Diskussion darüber beginnen, welche Klimarisiken für alle Akteure unakzeptabel sind und wie dabei unterschiedliche regionale Anfälligkeiten sowie ungleiche Anpassungskapazitäten ausreichend berücksichtigt werden können.

Das Ziel des internationalen Klimaschutzes kann nur erreicht werden, wenn der Gehalt von Treibhausgasen in der Atmosphäre auf niedrigem Niveau stabilisiert wird. Nötig sind hierfür Stabilisierungsniveaus unterhalb 450 parts per million Kohlendioxid (CO2). Das sind etwa zwei Drittel mehr Treibhausgase in der Atmosphäre als zu Beginn der industriellen Revolution. Höhere Stabilisierungsniveaus bergen bereits erhebliche gesundheitliche, soziale, wirtschaftliche und ökologische Risiken für heutige und zukünftige Generationen. Beispielsweise wird mit mehr Krankheits- und Todesfällen durch Hitzewellen, Flut- und Sturmkatastrophen sowie sich ausbreitende Krankheiten gerechnet. Zu erwarten sind ein vermehrtes Hungerrisiko und der Mangel an sauberem Trinkwasser. Zusätzlich zu den bereits bestehenden Risiken könnten bis 2050 weltweit bis zu drei Milliarden Menschen mehr durch Klimarisiken gefährdet sein.

Die atmosphärische Treibhausgasmenge aufniedrigem Niveau zu begrenzen, ist möglich. Maßnahmen zur Minderung von Treibhausgasemissionen sind bekannt und sind weiterhin konsequent umzusetzen: die Energieeffizienz ist weiter zu verbessernund der Energiesektor hin zu erneuerbaren Energiequellen zu entwickeln. Eine zusätzliche CO2-Einlagerung in unterirdischen Speichern sowie in Wäldern könnte eine Übergangsoption werden.
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