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Freitag, 10.02.2012
Zwei Wochen „Malle“ verursachen eine Tonne CO2
WWF-Studie: Immer mehr Deutsche wollen umweltbewusst in Urlaub fahren
Ein zweiwöchiger Mallorca-Urlaub verursacht pro Person mehr als eine Tonne CO2 und schädigt das Klima ebenso sehr wie ein Jahr Autofahren. Zu diesem Ergebnis ist jetzt eine neue Studie gekommen. Darin hat der WWF den Klima-Fußabdruck für sieben Beispielurlaube berechnet, die für die Reisegewohnheiten der Deutschen typisch sind.

Flugreise
Flugreise
© IMSI MasterClips
Der Klima-Fußabdruck macht deutlich, in welchen Bereichen einer Reise wie viel klimaschädliches CO2 verursacht wird. Alleine 925 Kilogramm (kg) fallen nach Angaben der Natur- und Umweltorganisation bei der Mallorcareise auf die An- und Abreise eines jeden Reisenden an. Die Unterkunft schlägt mit 148 kg zu Buche. Und für die Verpflegung kommen 91 kg und für die Aktivitäten vor Ort noch einmal 58 kg CO2 hinzu.

Ostseeurlaub deutlich klimafreundlicher
Ein Ostseeurlaub verursacht hingegen laut dem Report nur 258 Kilogramm CO2 pro Person, da An- und Abreise deutlich weniger CO2-Emissionen mit sich bringen. Wer den Urlaub zu Hause „auf Balkonien“ verbringt, tut dies nahezu CO2-neutral: Die urlaubsbedingten Emissionen erreichen hier für jeden Daheimgebliebenen gerade einmal 58 kg CO2.

„Die Wahl des Verkehrsmittels sowie die Entfernung zum Zielort spielen die bei weitem größte Rolle“, so WWF-Tourismusexpertin Petra Bollich. „Leider ist das Reiseverhalten der Deutschen kein Vorbild für andere Länder. Würden alle Menschen wie die Deutschen reisen, würden sich die weltweiten Reiseemissionen vervierfachen. Es wird höchste Zeit, dass sich der touristische Klima-Fußabdruck deutscher Urlauber und Reiseanbieter deutlich verringert.“

Umweltbewusstsein steigt
Da passt es gut, dass immer mehr Deutsche umweltbewusst verreisen wollen, wie ebenfalls aus der neuen Studie hervorgeht. Erstmals hat der WWF in einer repräsentativen Befragung untersuchen lassen, inwiefern der Klimawandel die Reiseentscheidung der Deutschen beeinflusst. 43 Prozent der Deutschen wollen demnach, als Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emmissionen künftig „ein Urlaubsziel in der Nähe wählen“, oder haben das bereits getan. 20 Prozent der Befragten äußerten die Absicht, künftig nur noch Reisen zu buchen, die Umweltstandards berücksichtigen.

„Immer mehr Verbraucher wollen umweltschonend reisen, und diesem Wunsch muss die Tourismusbranche nachkommen“, so Bollich. „Die Unternehmen müssen viel mehr Angebote entwickeln, in denen der Klimaschutz berücksichtigt wird. Darüber hinaus fordern wir mehr Transparenz bei Reisen, was die Klimarelevanz angeht. Eine deutliche Kennzeichnung der CO2-Emmissionen würde dem Verbraucher eine bewusste Entscheidung für eine umweltverträgliche Reise ermöglichen“.

Fünf Prozent aller Treibhausgasemissionen durch Tourismus
Tourismus ist weltweit für fünf Prozent aller Treibhausgasemissionen verantwortlich. Zwar sind nur drei Prozent aller Reisen Fernreisen per Flugzeug. Diese verursachen aber 17 Prozent der klimaschädlichen Emissionen im Tourismus. Da Emissionen in großen Höhen den Treibhauseffekt weitaus stärker anheizen als der Kohlendioxidausstoß am Boden, wiegen die Klima-Auswirkungen des Flugverkehrs deutlich schwerer.
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