Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Samstag, 11.02.2012
Inventur bei Deutschlands Tierwelt
Fast 48.000 Arten im Jahr 2004
Sie leben unter uns, und doch kennt kaum jemand unsere tierischen Nachbarn mit den geheimnisvollen Namen: Bärtierchen, Kratzer, Bauchharlinge und Kranz-fühler. Zusammen mit Insekten, Spinnentieren, Faden- und Plattwürmer stellen sie dennoch den weitaus größten, gleichwohl wenig beachteten Teil unserer Tierwelt. Insgesamt gibt es im Jahr 2004 rund 48.ooo Tierarten in Deutschland. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die das Bundesamt für Naturschutz (BfN) gestern in Bonn vorstellte.

Libelle
Libelle
© IMSI MasterClips
Die artenreichste Gruppe in Deutschlands Fauna mit über 33.300 Arten sind die Insekten, während nur knapp über 700 Wirbeltierarten bei uns leben. Igelwürmer oder Eichelwürmer sind sogar nur mit einer Art vertreten. Verglichen mit den "hot spots" der biologischen Vielfalt in den tropischen Regionen der Erde zählt Deutschland auf Grund seiner erdgeschichtlichen Entwicklung und der geographischen Lage aber eher zu den Gebieten mit einer geringeren Artenvielfalt. Beispielsweise leben nur 91 von weltweit 4.500 beschriebenen Säugetierarten in Deutschland, in Indonesien aber über 500.

"Wenngleich Deutschland nur drei Prozent der weltweit beschriebenen Tierarten beherbergt, so ist unsere einheimische Artenvielfalt doch einzigartig - und insgesamt schützenswert," betont Vogtmann. "Nach zwanzig Jahren war es wieder einmal Zeit für eine Inventur. Jetzt können wir in Deutschland und der EU noch präziser als bisher Gefährdungsursachen analysieren und Schutzmaßnahmen ergreifen."

Im Vergleich zur letzten Schätzung aus dem Jahr 1984 ergab die Bestandsaufnahme etwa 4.000 Arten mehr. Die Gründe hierfür sind eine größere Genauigkeit bei der Erhebung, neu beschriebene und eingewanderte Arten sowie die wissenschaftliche Aufspaltung bereits bekannter Arten. Vogtmanns Fazit: "Das weltweit beklagte Aussterben von Arten ist in Deutschland anhand unserer Untersuchung nicht festzustellen. Doch auch bei uns gehen die Bestände vieler Arten dramatisch zurück. Aber: Es gibt auch wieder positive Trends, wie etwa bei Schwarzstorch und Seehund, und das müssen wir bei allen Tierarten in Deutschland schaffen."
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Biologie, Artenvielfalt, Tiere, Insekten, Arten, Deutschland, Fauna, Bilanz, Tierwelt, Zoologie, Zählung
Weitere News zum Thema
Kaltwasserkorallen als Anpassungskünstler? (10.02.2012)
Können Kaltwasserkorallen der Versauerung des Meerwassers standhalten?
Gechlechter: Keine Sprachanpassung beim Eisprung (10.02.2012)
Wie fruchtbar eine Frau gerade ist, beeinflusst die Ausdrucksweise ihres Gesprächspartners
Junge Fliegen duften besser (10.02.2012)
Jugendlicher Geruch wirkt auf Artgenossen attraktiver
Ozeanerwärmung lässt Seeelefanten tiefer tauchen (09.02.2012)
Wärmeres Waser zwingt Robben zu verändertem Verhalten
Primat mit reinen Ultraschall-Rufen entdeckt (08.02.2012)
Extreme Signale für den Menschen und viele Beutetiere nicht hörbar
Suche
Erweiterte Suche
Special
Dossier: Mythos 2012 - Die Maya, der 21. Dezember und die Fakten
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
News des Tages
Forscher teleportieren Atome
Inventur bei Deutschlands Tierwelt
Molekulare Schalter überführen Krebs
Erdhörnchen: Infrarotsignal gegen Klapperschlangen
Globaler Meeresschutz kostet 14 Milliarden Dollar
Klimaschutzziele auch für Schwache?
Ursachen für Tamoxifen-Resistenz erforscht
Top-Clicks der Woche
1. Röntgenlicht macht Eisen durchsichtig
2. Jeder Vierte stirbt an Krebs
3. Supererde in bewohnbarer Zone entdeckt
4. Forscher haben See unter Antarktis-Eis angebohrt
5. Männer erinnern sich besser an Unangenehmes