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Freitag, 10.02.2012
25 Badewannenfüllungen pro Tag und Kopf
Deutschlands „Wasser-Fußabdruck“ entspricht dreifachem Bodenseevolumen
Deutschland hat einen jährlichen „Fußabdruck“ des Wasserverbrauchs von 159,5 Milliarden Kubikmeter - das ist mehr als das dreifache Volumen des Bodensees. Das zeigt eine jetzt veröffentlichte Studie der Umweltorganisation WWF. Darin berücksichtigt ist nicht nur der direkte Wasserverbrauch, sondern auch das für die Lebensmittel- und Industrieproduktion verbrauchte Wasser.

„Umgelegt auf die Einwohnerzahl hat damit jeder Deutsche einen täglichen Wasser-Fußabdruck von 5.288 Litern, was etwa 25 Badewannenfüllungen entspricht", erklärt Martin Geiger, Leiter des Bereichs Süßwasser beim WWF Deutschland. Und das, obwohl der direkte Wasserverbrauch von Privatpersonen in den vergangenen Jahren kontinuierlich auf gerade einmal 124 Liter pro Tag zurückgegangen ist.

Trinkwasser
Trinkwasser
© USDA/NRCS Trinkwasser
Import von Konsumgütern aus wasserintensiver Produktion
Rund die Hälfte des deutschen Wasserbedarfs wird über ausländische Produkte importiert. Damit führt die Bundesrepublik, obwohl sie in einer wasserreichen Region der Erde liegt, jedes Jahr 79,5 Milliarden Kubikmeter Wasser ein. Allein um den Konsum von Kaffee und Kakao in Deutschland zu befriedigen, werden jedes Jahr 20 Kubikkilometer so genanntes „virtuelles“ Wasser importiert – Wasser, das für die Produktion dieser Güter verbruacht wird. Als besonders "durstige Güter" gelten außerdem Rind- und Schweinefleisch, Öl-Saat wie Olive und Ölpalme, oder Baumwolle.

Landwirtschaft beansprucht drei Viertel
Neben den privaten Haushalten mit 5,5 Milliarden Kubikmetern und der Industrie mit 36,4 Milliarden, hat der Agrar-Sektor den mit Abstand größten Anteil am Wasser-Fußabdruck. „Die Landwirtschaft beansprucht über 73 Prozent des jährlichen Wasserbedarfs. Davon wird mehr als die Hälfte aus anderen Ländern importiert", so Geiger. Das meiste Wasser führen wir über Agrar-Güter aus Brasilien, der Elfenbeinküste und Frankreich ein. Doch Deutschland zapft indirekt jedoch auch die Wasserressourcen europäischer Staaten an, die regelmäßig mit Dürren und Trockenheit zu kämpfen haben - wie etwa Türkei oder Spanien. Beide Länder schlagen in der Importstatistik immerhin mit knapp zwei Milliarden Kubikmetern zu Buche.

„Wasserverbrauch ist nichts schlechtes, sondern ein natürlicher Vorgang", erklärt Geiger. "Es kommt aber immer darauf an, wann, wo und wie viel Wasser aus der Natur entnommen wird." Auf diese Gesetzmäßigkeiten müssten sich vor allem Landwirtschaft und Industrie ein- und ihre Produktionsprozesse auf eine effiziente Wassernutzung umstellen. Die Politik solle, so der WWF, einen Rahmen für den verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource setzen. Auch Deutschland sei in der Pflicht. Man habe die Verantwortung, bei Importgütern auf deren Wasserverbrauch im Herkunftsland zu achten. Die sozialen und ökologischen Folgen des deutschen Wasser-Fußabdrucks gelte es zu reduzieren.
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