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Samstag, 11.02.2012
Weniger Brustkrebs durch Verzicht auf Hormonersatztherapie
Nur noch jede zehnte Frau nimmt Hormone in den Wechseljahren
Auf 10.000 Frauen, die in den Wechseljahren Östrogene und Gestagene einnehmen, kommen pro Jahr etwa acht zusätzliche Brustkrebsfälle. Seit Frauen in Deutschland jedoch weniger Hormone in den Wechseljahren einnehmen, gibt es auch weniger Brustkrebs-Fälle. Nur noch jede zehnte Frau nutzt heute eine Hormonersatztherapie.

Brustkrebszelle
Brustkrebszelle
© NCI Brustkrebszelle
Jährlich erkranken in der Bundesrepublik etwa 57.000 Frauen an Brustkrebs. Prominente Beispiele wie Anastacia, Kylie Minogue oder Sylvie van der Vaart erwecken den Eindruck, dass der Schicksalsschlag immer jüngere Frauen ereilt. Dennoch ist ein Großteil der Betroffenen zwischen 45 und 65 Jahren alt und damit in den Wechseljahren. Viele Frauen nehmen in der Menopause Östrogen-Gestagen-Präparate, um so Schweißausbrüche, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen in den Griff zu bekommen.

Doch mit der Hormonersatztherapie gehen hohe Risiken einher: Wer Hormone einnimmt, ist häufiger von Brustkrebs, Herzinfarkten, Schlaganfällen und Thrombosen betroffen, wie internationale Langzeitstudien zeigten. Nachdem 2002 die ersten Studien zur Hormonersatztherapie erschienen sind, haben dann auch die meisten Ärzte und Krankenkassen ihre Patientinnen über die Risiken informiert. Seitdem verzichten immer mehr Frauen auf Hormonpräparate: Nach Zahlen eines Gesundheitsreports der Techniker Krankenkasse (TK) nahmen im Jahr 2000 noch 37 Prozent der Frauen zwischen 45 und 65 Jahren Hormone ein. 2008 lag der Anteil nur noch bei 11,6 Prozent.

Anteil der 45- bis 65-jährigen Frauen, die zwischen 2000 und 2008 Hormone eingenommen haben
Anteil der 45- bis 65-jährigen Frauen, die zwischen 2000 und 2008 Hormone eingenommen haben
© TK Anteil der 45- bis 65-jährigen Frauen, die zwischen 2000 und 2008 Hormone eingenommen haben
Eine deutsche Studie bestätigt nun, dass seitdem auch weniger Brustkrebsfälle auftreten: Bei den 50- bis 59-Jährigen sank die Zahl zwischen 1996 und 2005 um 12 Prozent. "Das aktuelle Material bestätigt nun, dass es einen Zusammenhang zwischen Brustkrebs und der Einnahme von Hormonen in den Wechseljahren gibt", so Sabine Voermans, Leiterin des Gesundheitsmanagements der Techniker Krankenkasse (TK). „Frauen sollten gemeinsam mit ihrem Arzt Risiken und Nutzen einer Hormonersatztherapie sorgfältig abwägen", so die Ärztin. "Auf 10.000 Frauen, die Östrogene und Gestagene einnehmen, kommen pro Jahretwa acht zusätzliche Brustkrebsfälle." Eine aktuelle Studie aus Dänemark geht zudem davon aus, dass auch jeder zwanzigste Eierstockkrebs auf die Hormonersatztherapie zurückzuführen ist.
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