• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Dienstag, 28.03.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Attosekundenkino für Elektronenlöcher

Elektronische Zustände bei ionisiertem Molekül sichtbar gemacht

Forscher können erstmals live verfolgen, wie sich die elektronischen Zustände im Inneren eines Moleküls verändern, das durch ein starkes Laserfeld ionisiert wird. Dies gelang mit Hilfe der so genannten "High Harmonic Generation Spectroscopy", das die ultraschnellen Ereignisse aufzeichnen kann. Über ihre Ergebnisse berichten die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe von „Nature“.
Laser

Laser

Beim Ionisieren eines Moleküls tritt ein Elektron aus und im zurückbleibenden Ion müssen sich die elektronischen Zustände neu ordnen. Dies passiert in unvorstellbar kurzen Zeitskalen - den Attosekunden. Forscher um Olga Smirnova vom Max-Born- Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie und vom National Research Council of Canada konnten diese Vorgänge nun mit Hilfe der so genannten "High Harmonic Generation Spectroscopy" aufzeichnen.

Laser bringen Elektronen zum Tunneln


Die Forscher beschossen in ihrem Experiment in einem Laserfeld ausgerichtete Kohlendioxid- Moleküle mit Laserpulsen von wenigen Femtosekunden Dauer. Eine Femtosekunde ist eine Millionstel Milliardstel Sekunde. Bei diesen kurzen Pulsen entsteht bei einer sehr hohen Laserleistung ein so starkes elektromagnetisches Feld, dass die Elektronen die Anziehungskraft des Atomkerns überwinden, sie "tunneln" ins Kontinuum, sagen die Forscher dazu. Dadurch, dass sich das Laserfeld wellenförmig ändert, fliegen manche der Elektronen jedoch nicht davon, sondern schnipsen wie von einem Gummiband gehalten zurück und vereinigen sich wieder mit dem Ion.

„Hohe Harmonische“ als Indiz


Bei der Wiedervereinigung geben die Elektronen die aufgenommene Energie in Form von Licht ab. Dieses Licht hat eine besondere Eigenschaft: Seine Frequenz entspricht ungeraden Vielfachen der eingestrahlten Frequenz; bis zum hundertfachen der Ausgangsfrequenz ist möglich. Hohe Harmonische nennen Physiker solche Frequenzvielfache. Es entstehen innerhalb der Zeit eines
eingestrahlten Femotsekundenpulses noch kürze Lichtblitze - mit kürzeren Wellenlängen -, die nur die Dauer von Attosekunden haben. Eine Attosekunden ist der tausendste Teil einer Femtosekunde.


Rückschluss auf Energieniveau


Mit Hilfe dieses "Attosekundenkinos" konnten die Forscher nun verfolgen, wie sich das Elektronenloch, welches das ausgetretene Elektron hinterlassen hat, zeitlich und räumlich verändert. Die Forscher änderten dafür die Intensität der Femtosekunden-Lichtblitze und den Winkel, in welchem die Kohlendioxid-Moleküle beschossen wurden.

Über die Intensität der entstandenen Hohen Harmonischen konnten sie ermitteln, aus welcher "Bahn" - also welchem Energieniveau - das Elektron stammte. Mit Hilfe einer Analyse der Harmonischen als Funktion der eingestrahlten Intensität der Femotosekundenpulse konnten die Forscher schließlich Aussagen darüber treffen, wo das Elektronenloch seinen Anfang nahm und wohin es wanderte.
(Forschungsverbund Berlin, 24.07.2009 - NPO)
 
Printer IconShare Icon