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Montag, 23.01.2017
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Forscher warnen vor "Light"-Produkten

Energiedichte oft höher als bei „normalen“ Lebensmitteln

Geben Sie ruhig etwas Öl an Ihren Salat und essen Sie dafür weniger fettarme Produkte. So lautet die Schlussfolgerung aus einer Studie der Deakin University in Melbourne, die soeben in der Zeitschrift "Public Health Nutrition" veröffentlicht wurde. Diese Studie zeigt, dass viele Nahrungsmittel, die einen niedrigen Fettgehalt haben, dafür eine hohe Energiedichte aufweisen. Im Vergleich dazu hatten etwa 50 Gemüsegerichte, die eine relativ große Menge Öl enthielten, keine besonders hohe Energiedichte.
{1l}Die Energiedichte der Nahrung ist der Energiegehalt der Lebensmittel bezogen auf das Gewicht (kJ/g). Die Energiedichte der australischen Ernährung (ohne Einbeziehung der Getränke) liegt bei durchschnittlich 5,1 kJ/g. Im Vergleich dazu hatten die untersuchten fettarmen Lebensmittel eine durchschnittliche Energiedichte von 7,7 kJ/g. Der derzeitige Stand der Forschung legt nahe, dass die Menschen stärker dazu neigen, insgesamt zuviel Energie auf- und an Gewicht zuzunehmen, je höher die Energiedichte ihrer Nahrung ist.

„Light“ ist nicht unbedingt leicht


Helen La Fontaine, die Wissenschaftlerin der Deakin University, die die Studie durchführte, war überrascht von der Energiemenge, die in Produkten mit der Kennzeichnung "fettarm", "light" und "Diät-" enthalten war. "Ich denke, dass viele Leute, die diese Produkte kaufen, auf ihr Gewicht achten und daher erwarten, dass die Lebensmittel auch einen niedrigeren Energiegehalt haben. Tatsächlich ist der Energiegehalt auch niedriger als bei den entsprechenden Produkten mit höherem Fettgehalt, allerdings sind sie trotzdem sehr energiereich", sagt La Fontaine. "Viele der fettarmen Produkte enthalten eine große Menge an Zuckerzusätzen oder anderen (industriell) bearbeiteten Kohlenhydraten."

Die Analyse der Gemüsegerichte dagegen zeigte, dass diese - trotz ihres relativ hohen Gehalts an pflanzlichem Öl - eine sehr niedrige Energiedichte von 3,9 kJ/g aufwiesen. La Fontaine erklärt dies damit, dass Gemüse durch seinen hohen Wassergehalt auch bei der Zugabe von Öl seine niedrige Energiedichte behält. Eine Ausnahme von dieser Regel stellen Pommes Frites dar. "Pommes Frites wurden in die Analyse nicht miteinbezogen, auch wenn sie wahrscheinlich das am weitesten verbreitete so genannte Gemüsegericht Australiens sind" erklärt La Fontaine. "Die dick geschnittenen Pommes haben eine Energiedichte von ungefähr 10 kJ/g, die extra dünnen etwa 12,5 kJ/g, beide sind also sehr energiedicht."


Laut La Fontaine sollten Menschen, die auf ihr Gewicht achten, fettreiche Lebensmittel meiden, aber auch bei Light-Produkten nicht zu oft zugreifen. Eine bessere Alternative ist eine Ernährung mit einem höheren Anteil an Obst, Gemüse und Vollkornprodukten.

Auswirkungen könnten die Ergebnisse der Studie auch auf die Kennzeichnung der Nahrungsmittel haben. "Mindestens ein Viertel der Etikettierung der von uns für die Studie untersuchten fettarmen Produkte entsprach nicht den eigenen Regeln der Lebensmittelindustrie" sagt Professor Boyd Swinburn, Koautor der Studie. "Die Verbraucher lesen die Etiketten heutzutage viel gründlicher und viele suchen nach Ernährungsangaben, so dass ein beträchtliches Potenzial zur Irreführung der Öffentlichkeit durch die Nahrungsmittelanbieter besteht." Prof. Swinburn zufolge müssen die Verbraucher vor Angaben geschützt werden, die entweder irreführen oder zu einem höheren Verzehr verleiten. Er fordert, auf allen Etiketten von Produkten, die implizit fett- oder energiearm sind oder die Bezeichnungen "Diät-" und "light" tragen, Angaben über die Energiedichte zur Pflicht zu machen.
(Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund, 16.06.2004 - NPO)
 
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