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Mittwoch, 18.10.2017
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Schwachstromtherapie macht Schlaganfallpatienten fit

Gleichstrom verbessert die Hirnleistung bei Störungen der räumlichen Aufmerksamkeit

Es gibt einen neuen Ansatz in der Schlaganfall-Rehabilitation: Eine Studie zeigt, dass Schwachstrom die Hirnleistung bei Störungen der räumlichen Aufmerksamkeit verbessert. Die gezielte Beeinflussung der Hirnfunktion durch elektrische und magnetische Felder könnte zukünftig die klassische Rehabilitation mit Übungstherapien, zum Beispiel durch Physiotherapeuten und Neuropsychologen und pharmakologische Therapieansätze ergänzen.
Patient bei der Schwachstromtherapie

Patient bei der Schwachstromtherapie

Der Schlaganfall ist in unserer Gesellschaft die wichtigste Ursache für eine dauerhafte Behinderung. Allein in Deutschland erleiden jährlich über 150.000 Menschen einen Schlaganfall, der bei der Mehrheit der Patienten zu massiven Behinderungen im Alltag führt. Viele von ihnen behalten nicht nur Lähmungen, Sprachstörungen und Koordinationsprobleme zurück, auch ihre Orientierung und Fähigkeit, aufmerksam zu sein, hat gelitten.

Wissenschaftler der Klinik für Neurologie der Uniklinik Köln und des Helmholtz-Forschungszentrums Jülich haben nun herausgefunden, dass Aufmerksamkeits- und Orientierungsstörungen bei einem Teil von Schlaganfall-Patienten auf einer fehlerhaften Anpassung des Gehirns beruhen. Das gestörte Zusammenspiel der verschiedenen Hirnhälften könnte dabei durch die gezielte Anwendung schwacher Gleichstromfelder korrigiert werden, so dass eine Funktionsverbesserung auch noch nach mehreren Monaten möglich wird, erklärten die Neurowissenschaftler.

Verbesserung der Hirnleistung


Die Forscher um Professor Gereon Fink und Roland Sparing untersuchten Patienten, die aufgrund eines Schlaganfalls eine Hälfte ihrer Umgebung und des eigenen Körpers nicht oder nur schlecht wahrnehmen konnten beziehungsweise missachteten. Dabei konnten sie zeigen, dass der Neglekt, wie diese Störung bezeichnet wird, sich besserte, nachdem mehrere Minuten lang schwacher Strom durch den Scheitellappen der Patienten geflossen war. Der Schwachstrom, der mittels zweier einfacher Elektroden und einer Batterie appliziert wurde, führte zu einer signifikanten Verbesserung der Hirnleistung, ohne dass dabei Nebenwirkungen auftraten.


Ergänzung zu etablierten Therapien


Die Untersuchungen wurden kürzlich in der international renommierten Fachzeitschrift "Brain" publiziert. Der Ansatz der Wissenschaftler eröffnet Möglichkeiten, gezielt erworbene Hirnleistungsstörungen nach einem Schlaganfall zu behandeln. In weiteren Tests wollen die Wissenschaftler ihre Stromtherapie nun bei einer größeren Patientenzahl und weiteren Schlaganfallbedingten Störungen anwenden, erklärt Sparing, Oberarzt der Klinik für Neurologie und zuständig für die neurologische und neurochirurgische Frührehabilitation. Die Therapie sei kein Wundermittel, aber könnte zusätzlich zu den bekannten Rehabilitationstherapien und Medikamenten eingesetzt werden, betont er.
(Uniklinik Köln, 16.07.2009 - NPO)
 
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