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Sonntag, 22.10.2017
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Sommer im Norden zukünftig weniger nass

Digitaler Norddeutscher Klimaatlas visualisiert Klimawandel

In Norddeutschland wird es im Sommer bis zum Ende des Jahrhunderts vermutlich um acht bis 40 Prozent weniger regnen. Das ist nur eines der zahlreichen Ergebnisse des neu entwickelten Norddeutschen Klimaatlas. Der bisher einzigartige digitale Online-Atlas informiert umfassend über den künftigen Klimawandel in Norddeutschland und spiegelt den aktuellen Stand der Forschung auf einfache und visuell leicht erfassbare Weise wieder.
Interaktive Karte aus dem Klimaatlas

Interaktive Karte aus dem Klimaatlas

Bisher lagen die umfangreichen Informationen zum Klimawandel in Norddeutschland meistens in Datenbanken in Form von Rohdaten vor. "Von den Rohdaten bis zur richtigen Interpretation der Klimadaten war es oftmals ein weiter Weg und dieser nur Experten vorbehalten. Mit dem Norddeutschen Klimaatlas machen wir das Wissen über den Klimawandel in unserer Region direkt nutzbar ", erläutert Insa Meinke, Leiterin des Norddeutschen Klimabüros.

Direktzugang zum Klimawissen für Norddeutschland


Jetzt hat das Norddeutsche Klimabüro des GKSS-Forschungszentrums Geesthacht einen einzigartigen digitalen Online-Atlas zum künftigen Klimawandel in Norddeutschland entwickelt. Entscheidungsträger und interessierte Laien können sich ab sofort im Internet unter www.norddeutscher-klimaatlas.de schnell und umfassend über den aktuellen Forschungsstand zum Klimawandel in der Region informieren.

Der Norddeutsche Klimaatlas ist interaktiv: Der Nutzer wählt Parameter wie Temperatur, Wind oder Niederschlag aus und legt die Jahreszeit sowie die Zeitspanne bis zum Ende dieses Jahrhunderts fest. Zusätzlich können vier Regionen ausgewählt werden: Norddeutschland, Nord- und Ostseeküste, sowie die Metropolregion Hamburg. Die gewünschten Informationen werden in Form von übersichtlichen geografischen Karten und kurzen Interpretationen dargestellt.


Der Norddeutsche Klimaatlas berücksichtigt insbesondere die Spannbreiten möglicher Klimaänderungen. "Weil wir heute nicht wissen, wie viel Treibhausgase wir in Zukunft ausstoßen werden, legen wir den Klimarechnungen verschiedene Konzentrationen zugrunde. Jede Treibhausgaskonzentration erzeugt ein anderes Klimaszenario für die Zukunft", erläutert Meinke die
Unterschiedlichkeit der Ergebnisse.

Wie sieht der Sommer der Zukunft aus?


Je nach Treibhausgaskonzentrationen stellt der Norddeutsche Klimaatlas auch den Sommer am Ende dieses Jahrhunderts im Norden verschieden dar: Hohe Konzentrationen von Kohlendioxid und anderen Klimagasen können zu einer Abnahme des Sommerniederschlages um etwa 40 Prozent führen. Gleichzeitig wäre es dann im Sommer etwa 5°C wärmer, so dass mit etwa 27 zusätzlichen Sommertagen (über 25 Grad Celsius) zu rechnen ist. Neben diesen Änderungen kann im Sommer außerdem die mittlere Windgeschwindigkeit um etwa zwölf Prozent abnehmen. Die Gefahren von Waldbränden, Dürren und Hitzestress bei Mensch und Natur könnten hierdurch zunehmen.

Bei einer geringeren Konzentration an Treibhausgasen würde der Sommerniederschlag in Norddeutschland bis zum Ende des Jahrhunderts nur um etwa acht Prozent abnehmen. Zugleich wäre es im Mittel rund 2°C wärmer und man müsste mit etwa fünf zusätzlichen Sommertagen rechnen. Die
Windgeschwindigkeit würde sich bei diesem Szenario nicht wesentlich ändern.

"Unabhängig davon in welchem Maße es uns gelingt, den Treibhausgausstoß zu reduzieren, verdeutlicht der Klimaatlas, dass sich der Wandel in Norddeutschland auf jeden Fall weiter fortsetzen und an Tempo zunehmen wird. Schon heute müssen wir geeignete Maßnahmen in die Wege leiten, um
schwerwiegende Folgen des Klimawandels von uns abzuwenden.", betont Meinke.

Elf verschiedene Klimarechnungen integriert


Grundlage des Norddeutschen Klimaatlas sind sämtliche für Norddeutschland verfügbaren Klimarechnungen, die mit numerischen regionalen Klimamodellen durchgeführt wurden. Hierzu zählen unter anderem die regionalen Klimamodelle COSMO-CLM und REMO. Den regionalen Klimamodelle wurden jeweils unterschiedliche Treibhausgaskonzentrationen zugrunde gelegt. Bisher sind elf verschiedene Klimarechnungen in den Klimaatlas eingegangen. Neue Klimarechnungen werden fortlaufend integriert und der Norddeutsche Klimaatlas entsprechend aktualisiert.

Die Rohdaten dieser Klimarechnungen sind hauptsächlich in dem Datenarchiv des Deutschen Klimarechenzentrums (DKRZ) gespeichert, aber auch auf Datenbanken von EU-Projekten zum regionalen Klimawandel und in dem Archiv zum Küstenklima www.coastdat.de am Institut für Küstenforschung des GKSS-Forschungszentrums Geesthacht archiviert.
(GKSS-Forschungszentrum Geesthacht, 14.07.2009 - NPO)
 
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