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Donnerstag, 30.03.2017
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Stern hat "Masern"

Planeten-Lupe erlaubt detaillierten Blick auf Sternoberfläche

Auf der Oberfläche eines rund 300 Lichtjahre entfernten Sterns gibt es dunkle Flecken ganz ähnlich wie auf unserer Sonne. Das zeigen Beobachtungen von Astronomen mit dem Satellitenteleskop CoRoT.
Schatten vor der Sonne

Schatten vor der Sonne

Der hoch auflösende Blick auf die Oberfläche des Sterns namens CoRoT-2a ist nur möglich, weil er von einem Planeten umkreist wird, berichten die Forscher im Fachblatt „Astronomy and Astrophysics“.

„Die Idee unserer Beobachtungen ist neu“, erklärt Uwe Wolter von der Hamburger Sternwarte, der das Forscherteam leitet. „Wir nutzen für die Untersuchung der Sternoberfläche aus, dass der Stern, CoRoT-2a, von einem Planeten umkreist wird. Von der Erde aus gesehen zieht dieser Planet etwa alle zwei Tage vor seinem Zentralstern vorüber und verdunkelt ihn dabei ein wenig.“ Der Planet ist etwa eineinhalb Mal so groß wie der Jupiter, während sein Zentralstern etwa so groß ist wie die Sonne.

Planet als Lesehilfe


Mit dem Satellitenteleskop CoRoT konnten Wolter und seine Kollegen das durch diese Verdunklungen fehlende Licht viel genauer als durch irdische Beobachtungen analysieren. Da sehr genau bekannt ist, welche Teile des Sterns der Planet jeweils bedeckt, lassen sich mit diesem Trick die Oberflächenstrukturen auf dem Stern genauer untersuchen, als es sonst selbst mit den derzeit größten erdgebundenen Teleskopen möglich wäre. Der Planet dient damit gleichsam als „Lesehilfe“ mit der feine Strukturen auf der Sternoberfläche abgetastet werden können.


Viel jünger als unsere Sonne


Mit seinen nun aufgespürten Flecken ähnelt CoRoT-2a zwar in manchem unserer Sonne, doch mit einem Alter von vermutlich wenigen hundert Millionen Jahren ist er für einen Stern noch viel zu „jung“, als dass sich auf seinem Planeten Leben hätte entwickeln können.

Zudem umkreist der untersuchte Planet den Stern nach Angaben der Wissenschaftler auf einer engen Umlaufbahn in weniger als einem Zehntel des Abstands Erde-Sonne. Auf seiner Oberfläche wäre es deshalb auch viel zu heiß für alle bekannten Lebensformen.
(idw - Universität Hamburg, 02.07.2009 - DLO)
 
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