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Dienstag, 28.03.2017
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Saharastrom für Deutschland?

Neue Lösungen für eine CO2-arme Energieversorgung

Sonnenstrom aus Afrika für deutsche Verbraucher – unmöglich? Keineswegs. Zumindest, wenn es nach einer neuen Initiative eines großen Firmenkonsortiums geht, zudem sich Mitte Juli 2009 unter anderem RWE, Siemens und die Münchener Rück zusammenschließen wollen. Ziel ist der Bau von solarthermischen Kraftwerken in den Wüstenregionen Nordafrikas.
Sanddünen in der Sahara

Sanddünen in der Sahara

Die dort erzeugte Energie soll anschließend über neue Gleichstrom-Hochspannungsnetze nach Europa transportiert werden und könnte im nachhaltigen Energiemix der Zukunft eine entscheidende Rolle einnehmen.

Großindustrielle Nutzung der Sonnenenergie


Torsten Jeworrek von der Münchener Rück erklärt das so genannte Desertec-Konzept: „Dies ist keine ferne Vision mehr, sondern technologisch bestechend und auch realisierbar. Desertec setzt langfristig eindeutig die richtigen Anreize, nämlich für Klimaschutz und eine CO2-arme Energiewirtschaft. Deshalb starten wir einen Dialog mit visionären Denkern und Unternehmen, die wie wir von den enormen ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Potenzialen von Desertec überzeugt sind."

Und auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel zeigte sich von der Perspektive einer großindustriellen Nutzung der Sonnenenergie in den Wüsten Nordafrikas angetan: „In Afrika und Ländern des Mittleren Ostens bergen die erneuerbaren Energien ein enormes Potenzial. Dieses Potenzial kann mittels solarthermischer Kraftwerke erschlossen werden. Die Errichtung solcher Kraftwerke in Verbindung mit einem Stromverbund im Mittelmeerraum liegt im europäischen Interesse.“


Nur eine Vision?


Doch Gabriel sieht auch noch einige Probleme bei dem angeblich 400 Milliarden Euro teuren Projekt: „Noch sind die solarthermischen Kraftwerke und der Stromverbund eine Vision. Die Realisierung dieses Vorhabens ist sehr ambitioniert und bedarf erheblicher finanzieller Anstrengungen.“

Solarthermische Kraftwerke sind in erster Linie für den Einsatz in Ländern des Sonnengürtels geeignet. Denn sie sind auf direkte Sonnenstrahlung angewiesen. Dieser Anteil ist in Deutschland zu gering. Doch in sonnenreichen Ländern sind die verschiedenen Technologien solarthermischer Stromerzeugung auf dem Vormarsch.

Solarthermische Kraftwerke mit enormem Potenzial


In den vergangenen Jahren hatte das Bundesumweltministerium in drei Studien untersuchen lassen, welche Perspektiven die erneuerbaren Energien in Nordafrika haben. Das Ergebnis ist deutlich: Allein mit Solarenergie kann man in Nordafrika soviel Strom produzieren, dass der Eigenbedarf gedeckt werden kann und zusätzlich erhebliche Mengen exportiert werden können. Vor allem solarthermische Kraftwerke haben hier ein enormes Potenzial. Dies betont die Bundesregierung auch in dem Solarplan im Rahmen der Union für das Mittelmeer.

Gabriel wies darauf hin, dass die entscheidenden Weichen zur Gründung eines Stromverbundes auf europäischer Ebene bzw. im Rahmen der Union für das Mittelmeer gestellt werden müssen. Das gilt für die technischen ebenso wie für die rechtlichen Rahmenbedingungen im Hinblick auf die Durchleitung des Stroms.

Gabriel: „Deshalb treiben wir die Entwicklung und Umsetzung des Solarplans im Rahmen der Union für das Mittelmeer voran.“ Auf dem Treffen der 16 größten Industrie- und Schwellenländer der Erde Ende Mai in Paris wurde von deutscher Seite ein Vorschlag zur verstärkten Technologieentwicklung und zum weltweiten Ausbau solarthermischer Kraftwerke eingebracht.
(Münchener Rück / BMU, 17.06.2009 - DLO)
 
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