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Freitag, 10.02.2012
Klimaanlagen machen Klima kaputt
Alternativen zu fluorierten Treibhausgasen vorgestellt
Wer das Klima schützen will, darf nicht nur auf das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) schauen. Fluorierte Treibhausgase schädigen das Klima bis zu 24.000 mal mehr als CO2. Sie werden unter anderem als Kälte- und Treibmittel eingesetzt. Allein in den Klimaanlagen der Pkw in Deutschland sind rund 13.700 Tonnen fluorierte Treibhausgase enthalten. Wie ein Bericht des Umweltbundesamtes (UBA) zeigt, gibt es für viele Bereiche heute Alternativen, inzwischen auch für die Auto-Klimaanlagen.

Die Hersteller haben hier innovative Lösungen mit CO2 als Kältemittel entwickelt, die das Klima weniger schädigen. "Nun gilt es diese Technik schnellstmöglich in neue Modelle einzubauen. Das wäre ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.", so Prof. Dr. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes.

Atmosphäre
Atmosphäre
© NASA
Fluorierte Treibhausgase sind in vielen alltäglichen Produkten enthalten, zum Beispiel als Kältemittel in Klimageräten und Pkw-Klimaanlagen, teilweise auch als Treibmittel in Dämmstoffen und in Sprühdosen. Zu diesen Gasen gehören teilfluorierte und vollfluorierte Kohlenwasserstoffe, so genannte HFKW und FKW, sowie Schwefelhexafluorid (SF6). Bereits 1997 wurden diese Stoffe in die Verpflichtungen zur internationalen Emissionsreduktion im Rahmen des Kyoto-Protokolls aufgenommen.

Entwickelt wurden die fluorierten Treibhausgase von der chemischen Industrie vor allem als Ersatzstoffe für die ozonschichtschädlichen Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW). Tatsächlich beeinflussen die Ersatzgase die Ozonschicht nicht - sie sind aber immer noch sehr wirksame Treibhausgase.

Um die Klimawirkung verschiedener Treibhausgase vergleichen zu können, wird ihre Klimaschädlichkeit durch das so genannte Treibhauspotenzial (GWP) ausgedrückt. Dieses charakterisiert die frachtunabhängige Wirksamkeit anderer - zum Beispiel fluorierter - Treibhausgase im Vergleich mit CO2 als Referenzsubstanz (GWP = 1) über einen Zeitraum von üblicherweise 100 Jahren. Die Angabe des GWP erfolgt in CO2-Äquivalenten. So entsprechen die 13.700 Tonnen fluorierte Treibhausgase der PKW-Klimaanlagen in Deutschland etwa 18 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten.

Als Ergebnis von Fachgesprächen zwischen Bundesumweltministerium, UBA und den Experten betroffener Industrien und Institutionen veröffentlicht das UBA jetzt den Bericht "Fluorierte Treibhausgase in Produkten und Verfahren - Technische Maßnahmen zum Klimaschutz". Der Bericht beschreibt vor allem die technischen Maßnahmen zum Ersatz fluorierter Treibhausgase. Er vermittelt einen Überblick über die Stoffe, beschreibt deren Anwendungsbereiche sowie die Emissionstrends. Ausführlich ist der jeweilige technische Stand in verschiedenen Anwendungen dargestellt. Neben bereits heute bestehenden Substitutionsmöglichkeiten sind auch andere Maßnahmen für Emissionsminderungen beschrieben. Damit ist der Bericht auch ein Beitrag für die Beratungen zum Verordnungsentwurf über bestimmte fluorierte Treibhausgase, der von der Europäischen Kommission vorgelegt wurde.
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