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Dienstag, 24.10.2017
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Bildung: Werden die Jungs vernachlässigt?

Studie: Jungen haben mehr schulische und psychische Probleme

Kindheit und Jugend sind nicht immer einfach, Jungen und Mädchen haben oft mit Problemen zu kämpfen. Jetzt allerdings konstatiert eine amerikanische Forscherin, dass Jungen – zumindest in den USA – deutlich schlechter dran sind. So gebe es bei männlichen Jugendlichen mehr Schulabbrecher, Depressionen und andere Verhaltensstörungen. Trotzdem würden diese weniger öffentliche Aufmerksamkeit und Förderung erfahren als Mädchen.
Haben es Jungen schwerer?

Haben es Jungen schwerer?

Judith Kleinfeld, Professorin für Psychologie an der University of Alaska in Fairbanks, USA, hat typische Probleme amerikanischer Jungen im Vergleich zu Mädchen untersucht. Ihre Studie befasst sich mit den unterschiedlichen Aspekten der so genannten „Jungen-Krise“ und untersucht besonders Geschlechtsunterschiede bei schulischen Leistungen, darunter etwa die Lesefähigkeit, College-Aufnahmetests, Schulnoten, schulisches Engagement und Schulabbruchrate. Berücksichtigt werden aber auch psychologische Probleme junger Menschen wie die mentale Gesundheit, Selbstmordraten, Depressionen und Verhaltensstörungen. Auch die Todesrate und Verletzungshäufigkeit, Straffälligkeit und Haft bei Jungen und Mädchen werden miteinander verglichen.

Mehr schulische und psychische Probleme


Aus den Daten schlussfolgert die Wissenschaftlerin, dass sich Jungen beim Aufwachsen mit ernsteren Problemen auseinandersetzen müssen als Mädchen. Im Vergleich zu den Mädchen sind Jungen laut Kleinfeld generell schlechter dran: Sie lesen schlechter, haben nicht so gute Noten und engagieren sich weniger, sie brechen die Schule häufiger ab und auch die Selbstmordrate, frühe Todesfälle, Verletzungen und Straffälligkeit ist um ein Vielfaches höher. Jungen bekommen auch häufiger Nachhilfeunterricht, während Mädchen eher Probleme mit Depressionen, Selbstmordgedanken oder Essstörungen haben.

Kleinfeld macht deutlich, dass es auf unterschiedlichsten Ebenen - sei es von Seiten des Staates, der Schulbehörden oder Stiftungen - zahlreiche Programme gibt, die sich mit den Problemen der Mädchen befassen. Dies wird auch noch häufig durch eine starke feministische Bewegung gefördert. Die Probleme der Jungen hingegen werden weitestgehend vernachlässigt.


Fehlt eine Jungsförderung?


Ihre Schlussfolgerung: „In der öffentlichen Debatte und Bildung setzt sich unsere Nation mit Geschlechtsunterschieden auseinander, die kaum eine Rolle spielen; wirklich wesentliche Diskrepanzen werden jedoch ignoriert. Konzentriert hat sich die Politik auf die vermeintliche Benachteiligung der Mädchen im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich, die letztlich gering ist; substanzielle Unterschiede gibt es dagegen beim Lesen und Schreiben, hier sind die Jungen wirklich schlechter dran, auf dem Arbeitsmarkt und im Bildungssystem sind sie dadurch benachteiligt … Es gibt bei Jungen wie Mädchen geschlechtsspezifische Probleme, um die sich die Politik und das öffentliche Leben kümmern muss.“

In der Juni-Ausgabe des Springer-Journals „Gender Issues“ erscheint ihre Studie zu typischen Problemen amerikanischer Jungen im Vergleich zu Mädchen und dem Mangel an Lösungsansätzen.
(Springer Verlag Heidelberg, 09.06.2009 - NPO)
 
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