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Sonntag, 26.03.2017
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Diabetesmittel hilft gegen Krebs

Metformin steigert körpereigene Krebsabwehr

Das bei Diabetes Typ 2 eingesetzte Medikament Metformin verringert offenbar das Risiko, an Krebs zu erkranken. Warum dies so ist, haben nun amerikanische Forscher entdeckt. Sie wiesen einen möglichen Mechanismus dafür nach und eröffnen damit auch Möglichkeiten, die körpereigene Krebsabwehr und die Wirkung von Krebs-Impfstoffen zu verbessern.
Krebszellen

Krebszellen

Metformin ist das am häufigsten eingesetzte Medikament in der Therapie des Diabetes Typ 2. "Das orale Antidiabetikum Metformin steht an der ersten Stelle in der Therapie bei Typ-2- Diabetes, und zwar weltweit in allen Leitlinien. Über 50 Prozent der verschriebenen Diabetestabletten sind heute Metformin, mit steigender Tendenz", erläutert Professor Helmut Schatz, Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie, der Fachvereinigung für Hormon- und Stoffwechselerkrankungen. Endokrinologen setzen es außerdem ein, um Frauen mit einem Polyzystischen Ovarial-Syndrom(PCOS) zu behandeln.

Bereits in früheren Studien vermuteten Experten, dass Metformin außerdem das Krebsrisiko senkt. So hatten beispielsweise Frauen mit Diabetes Typ 2, die an Brustkrebs erkrankt waren und Metformin einnahmen, eine höhere Krebsheilungsrate. Warum dies so ist, konnte bisher jedoch nicht nachgewiesen werden.

Stärkere Fettsäureverbrennung fördert Immunreaktion


Einen möglichen Mechanismus hat nun eine Forschergruppe von der Universität Philadelphia entdeckt: Sie verabreichten Metformin an Versuchtiere und beobachteten, dass dies positive Auswirkungen auf deren Immunsystem hatte. Weitere Untersuchungen zeigten, dass Tiere, die einen experimentellen Krebs-Impfstoff erhielten, seltener an Krebs erkrankten, wenn ihnen gleichzeitig Metformin verabreicht wurde.


Ursache für diese Wirkung ist, dass Metformin unter anderem auch die Verbrennung von Fettsäuren steigert. Dies wiederum wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus, da eine vermehrte Fettsäureverbrennung die Bildung von sogenannten Gedächtniszellen anregt. Diese Zellen bildet das Immunsystem nach dem Kontakt mit Krankheitserregern, um bei erneutem Zusammentreffen schnell und effizient eine Abwehrreaktion auslösen zu können. Das immunologische Gedächtnis bewirkt damit, dass eine Impfung über Jahre schützend wirkt.

„Da in größeren Untersuchungsreihen bei Diabetespatienten häufiger Krebserkrankungen gefunden wurden, sind die aktuellen Erkenntnisse ein zusätzlicher, neuer Aspekt für die individuellen Therapieabwägungen", so Schatz.
(Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, 08.06.2009 - NPO)
 
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