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Dienstag, 19.09.2017
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Textilien als Therapeuten

Forscher entwickeln Stickoxid abgebende Materialien für medizinische Anwendungen

Forscher haben einen neuen Textilstoff entwickelt, der Gase mit medizinischer Wirkung freisetzen kann. Der Prototyp besteht aus Baumwoll-Fasern, die auf Grundlage der Nanosol-Technik mit Siliziumoxid-Partikeln veredelt wurden.
Zahnwatterollen

Zahnwatterollen

In diese Matrix eingebunden ist nach Angaben der Wissenschaftler vom Institut für Hygiene und Biotechnologie (IHB) an den Hohenstein Instituten eine Substanz, die als Spender für Stickstoffmonoxid - auch bekannt als Stickoxid - dient und das Gas unter physiologischen Bedingungen freisetzt.

Die Anwendungsbereiche für Stickoxid abgebende Materialien sind vielfältig, da die Gasmoleküle unterschiedliche Eigenschaften besitzen. Stickoxid kommt als natürliches Gas im menschlichen Körper vor und ist hier an zahlreichen biologischen Prozessen beteiligt – zum Beispiel an der Gefäßerweiterung oder als molekularer Botenstoff.

Beschichtungstechnik mit Stickoxid


Darüber hinaus verfügt Stickoxid über eine antibakterielle Wirkung, die auf der Zerstörung der Zellmembran der Bakterien, auf der Schädigung ihres Erbguts sowie auf der Hemmung der bakteriellen Energiegewinnung beruht.


Entscheidend für die Wirkung von Stickoxid ist, so die Forscher, der Freisetzungsort, da das Molekül selbst nur eine sehr kurze Halbwertszeit aufweist. Daher nutzen die Wissenschaftler der Hohenstein Institute die Beschichtungstechnik mit Stickoxid primär zur Entwicklung antibakterieller Textilien für die Zahnbehandlung.

Anhaftung von Bakterien verhindern


Studien anderer Forscherteams legen jedoch nahe, dass Stickoxid freisetzende Beschichtungen auch für Implantate wie Katheter, Prothesen oder in vivo Sensoren verwendet werden können, um dort die Anhaftung von Bakterien zu verhindern.

Neben dem Nachweis der Stickoxid-Freisetzung vom Textil haben die Wissenschaftler am IHB durch das Forschungsvorhaben gleichzeitig auch die antimikrobielle Wirkung des Textilstoffs mit Hilfe der Norm DIN EN ISO 20743 belegt und ein System zur Messung von Stickoxid im physiologischen Milieu des Mundraums entwickelt.
(idw - Hohenstein Institute, 04.06.2009 - DLO)
 
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