Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Umformatierung des Textes hilft bei Legasthenie
Weniger Fehler und höheres Lesetempo durch vergrößerten Buchstaben- und Wortabstand
Eine simple Maßnahme erleichtert Kindern mit Legasthenie das Lesen: wenn die Buchstaben eines Textes weiter auseinander stehen als normal. Diese einfache Anpassung in der Textformatierung genügt bereits, damit Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche schneller und fehlerfreier lesen als zuvor. Das hat ein internationales Forscherteam in Tests mit italienischen und französischen Kindern festgestellt. Offenbar verhindere der besonders große Buchstabenabstand, dass die Legastheniker durch die benachbarten Lettern abgelenkt und in ihrer Worterkennung gestört werden. Diese einfache Anpassung könne daher entscheidend dazu beitragen, den Kindern beim Lesen zu helfen, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences".
Lesendes Kind
Lesendes Kind
© SXC
"Unsere Ergebnisse eröffnen einen praktischen Weg, um die Lesefähigkeit von Legasthenikern zu verbessern", schreiben Marco Zorzi von der Universität von Padua und seine Kollegen. Das sei wichtig, denn der Schlüssel um diesen Kindern langfristig zu helfen, liege auch darin, sie so viel wie möglich zum Lesenüben zu animieren.

Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche haben größere Schwierigkeiten als andere Kinder, Buchstaben, Silben und Wörter zu erkennen und zu schreiben. Sie lesen zudem deutlich langsamer und weniger: "Ein legasthenisches Kind liest in einem Jahr die gleiche Anzahl von Wörtern wie ein guter Leser in zwei Tagen", sagen die Forscher. Dieser Rückstand beeinträchtige daher meist auch ihre Fortschritte in der Schule.

Für ihre Studie führten die Forscher Tests mit 74 legasthenischen Kindern im Alter von acht bis 14 Jahren durch. Etwa die Hälfte stammte aus Italien, die andere aus Frankreich. Die Kinder erhielten jeweils ein Blatt mit 24 kurzen Sätzen in ihrer Muttersprache darauf und sollten diese laut vorlesen. In einem Test waren diese Sätze mit normalem Buchstaben- und Zeilenabstand gedruckt. Im anderen waren Buchstaben- und Zeilenabstand verdoppelt und die Wörter waren jeweils durch drei Leerzeichen statt nur einem voneinander abgesetzt. In einem zweiten Durchgang sollten die Kinder jeweils fünf zusammen präsentierte Buchstaben korrekt identifizieren - auch hier war der Abstand der Lettern mal normal, mal verdoppelt.

Weniger Fehler und schnelleres Lesetempo
"Die legasthenischen Kinder machten signifikant weniger Fehler in der weiter gesetzten Textversion und lasen deutlich schneller", berichten Zorzi und seine Kollegen. Im Durchschnitt sei das Lesetempo um 20 Prozent angestiegen - das entspreche dem Fortschritt, den Grundschüler in einem Schuljahr zeigen. Die Fehlerzahl sei um die Hälfte gesunken.

"Je schlechter die Kinder normalerweise darin waren, die Buchstaben korrekt zu erkennen, desto mehr profitierten sie vom erweiterten Buchstabenabstand", sagen die Forscher. Bei Nicht-Legasthenikern zeigten sich diese Effekte dagegen nicht, wie ein Zusatztest ergab. Sie schnitten mit dem weiter gesetzten Text schlechter ab als mit dem normal formatierten.

Die Forscher führen die positiven Ergebnisse bei den Legasthenikern auf eine Verringerung des sogenannten Crowding-Effekts zurück: Bei diesem haben die betroffenen Kinder größere Probleme, benachbarte Buchstaben visuell voneinander zu trennen. Die Störeffekte durch diese Ablenkung führten zu Lesefehlern, verlangsamten aber auch das Lesetempo, sagen sie. Der weitere Abstand zwischen den Lettern verringere diesen Effekt. (doi:10.1073/pnas.1205566109)
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Kinder, Lesen, Legasthenie, Lese-Rechtschreib-Schwäche, Textformatierung, Buchstabenabstand, Wortabstand, Fehlerrate, Lesetempo, Crowding-Effekt
Weitere News zum Thema
Neandertaler-Mütter stillten ihre Kinder genauso kurz wie wir (23.05.2013)
Fossiler Backenzahn liefert einen Einblick in die Kinderstube unserer fernen Vettern
Giftiges Mutterkorn breitet sich an der Nordsee aus (22.05.2013)
Befall großer Schlickgras-Flächen könnte auch Kinder und Tiere gefährden
Zweisprachige nutzen zwei Lautsysteme (21.05.2013)
Mit zwei Sprachen Aufgewachsene hören Laute je nach Sprache unterschiedlich
Wer oben wohnt lebt länger (15.05.2013)
Bewohner höherer Stockwerke sterben seltener an Lungen- und Herzleiden als die der unteren
Nächster Schritt zum Rechnen mit Licht (13.05.2013)
Physiker führen Rechnung mit einem optischen Quanten-Computer-Chip durch
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Diaschauen zum Thema
Lernen
Mustererkennung
Gehirnforschung
Dossiers zum Thema
Mustererkennung
„Mustergültige Erkenntnis“ in Astrophysik, Musik und Medizin
Der Kommunikations-Code
Die Vielfalt der Sprachen
Gehirnforschung
Dem menschlichen Denken auf der Spur
Seltene Krankheiten
Gibt es Hoffnung auf neue Therapien?
„Der kleine Unterschied“ im menschlichen Gehirn
Wie Östrogen und Co. die kognitiven Leistungen beeinflussen
Alles mit links
Das Rätsel der Linkshändigkeit
Doping fürs Gehirn
Neuro-Enhancement und die Folgen
Informationsspeicher Gehirn
Den Mechanismen des Lernens auf der Spur
Teamwork der Sinne
Auch die Augen hören mit
News des Tages
Geräusche leiten Krebslarven zum schützenden Riff
Umformatierung des Textes hilft bei Legasthenie
Milch-Inhaltsstoff schützt gegen Übergewicht
Mediziner warnen vor neuen Viren
Kunstmuskel als Schwingungsdämpfer
Bücher zum Thema
50 Schlüsselideen Psychologie
von Adrian Furnham
Der Beobachter im Gehirn
Essays zur Hirnforschung von Wolf Singer
Lernen
Gehirnforschung und die Schule des Lebens von Manfred Spitzer
Medizin für die Bildung
Ein Weg aus der Krise von Manfred Spitzer
Unser Gedächtnis
Erinnern und Vergessen von Bernard Croisile
Zukunft Gehirn
Neue Erkenntnisse, neue Herausforderungen von Peter Gruss und Tobias Bonhoeffer (Herausgeber)
Top-Clicks der Woche
1. Giftiges Mutterkorn breitet sich an der Nordsee aus
2. Neandertaler-Mütter stillten ihre Kinder genauso kurz wie wir
3. Urzeit-Wald auf Baustelle entdeckt
4. Verblüffend naturgetreue Nanoblüten aus Kristallen
5. Zweisprachige nutzen zwei Lautsysteme