• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Mittwoch, 22.02.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Taillenumfang verrät Krankheitsrisiko

Bis zu 70 Prozent höheres Risiko für Lungenkrebs, Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei dicker Taille

Lange Zeit galt der Body-Mass-Index (BMI) als Maßstab und Indikator für optimales Gewicht und mögliches Krankheitsrisiko durch Übergewicht. Jetzt jedoch haben Forscher in einer Langzeitstudie an mehr als 220.000 Menschen festgestellt, dass nicht der BMI, sondern vielmehr der Taillenumfang am besten verrät, wie gefährdet ein Mensch durch Krankheiten ist. Erstaunlich dabei: Das Risiko für Lungenkrebs und Atemwegserkrankungen stieg um sogar 70 Prozent, wenn der Taillenumfang einen gewissen Wert überschritt.
Der Taillenumfang verrät das Krankheitsrisiko

Der Taillenumfang verrät das Krankheitsrisiko

Zahlreiche Erkrankungen lassen sich auf Übergewicht zurückführen. Einige von ihnen enden sogar tödlich. Gemeinhin gilt dabei der sogenannte Body- Mass-Index (BMI) als der wichtigste Indikator und Gradmesser für Übergewicht oder gar Fettleibigkeit. Für Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene mittleren Alters trifft dies ohne größere Einschränkungen zu. Dann aber stößt der BMI an seine Grenzen. Denn er unterscheidet nicht zwischen Fettmasse und Muskelmasse. Im Falle von älteren Menschen hat der BMI demnach gewichtige Nachteile, denn durch das Altern nimmt die Muskelmasse im Körper beständig ab – ohne Folgen für das Gesamtgewicht einer Person.

Für die Medizin und insbesondere für die Behandlung von älteren Menschen sind somit Alternativen gefragt, die den Zusammenhang zwischen Übergewicht und Krankheitsrisiken oder – im extremen Fall – zwischen Übergewicht und verschiedenen Todesursachen herstellen können. Forscher der Universität Regensburg haben nun gemeinsam mit Kollegen aus den USA und den Niederlanden den Taillenumfang als Alternative untersucht.

Langzeitstudie an 225.000 Menschen


Das Forscherteam um Professor Michael Leitzmann vom Institut für Epidemiologie und Präventivmedizin der Universität Regensburg analysierte dafür die Gesundheitsdaten von mehr als
225.000 US-Bürgern (Frauen und Männern) zwischen 50 und 71 Jahren. Die Daten wurden über einen Zeitraum von neun Jahren (1996-2005) gesammelt und vor kurzem ausgewertet. Die Grundlage der Studie bildeten Fragebögen, die von den beteiligten Personen ausgefüllt wurden und unter anderem Angaben zum allgemeinen Gesundheitszustand, den Rauch- und Trinkgewohnheiten und zu den jeweiligen Körpermaßen beinhalteten.


Größerer Taillenumfang erhöht Risiko


Das Ergebnis: Für den gesamten Untersuchungszeitraum ereigneten sich 20.977 Todesfälle. Dabei zeigte sich, dass darunter deutlich mehr Teilnehmer der Studie mit größerem Taillenumfang vertreten waren als mit geringerem. „Bei Betrachtung von Teilnehmern mit normalem Taillenumfang als Kontrollgruppe ergab sich für Frauen mit einem Taillenumfang von 96 Zentimetern und mehr sowie Männern mit 118 Zentimetern und mehr ein um fast 70 Prozent erhöhtes Risiko des Todes – und dies für alle untersuchten Todesursachen“, so die Autoren.

Demnach stehen unter anderem Tod durch Lungenkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen aber auch chronischen Atemwegserkrankungen in Verbindung mit einem jeweils vergrößerten Taillenumfang. Der Zusammenhang erwies sich als unabhängig von Alter, ethnischer Zugehörigkeit, Raucherstatus und Alkoholkonsum. Eine ähnliche Beziehung zwischen Todesursache und Körpermaße konnte für den BMI nicht nachgewiesen werden.

Die Untersuchungen der Forscher haben weitreichende Konsequenzen für die medizinische Forschung und für die klinische Behandlung. Denn die Ergebnisse der umfassenden Studie zeigen, dass der Taillenumfang – mit Blick auf Lungenkrebs und Atemwegserkrankungen und damit auf zwei der wichtigsten Todesursachen – einen wesentlich besseren Indikator für das individuelle Krankheitsrisiko darstellt als der BMI. (PLoS One, 2011; DOI:10.1371/journal.pone.0018582.t004)
(Universität Regensburg, 08.06.2011 - NPO)
 
Printer IconShare Icon