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Sonntag, 26.06.2016
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Mit mehr Bildung gegen Aids?

Wahrscheinlichkeit von Neuinfektionen mit Grundbildung geringer

Sieben Millionen HIV-Neuinfektionen könnten in einem Jahrzehnt verhindert werden, wenn alle Kinder auf der Welt eine Grundbildung erhalten würden. Das geht aus einem neuen Bericht der Globalen Bildungskampagne hervor, der am Rande der Frühjahrstagungen von IWF und Weltbank in Washington veröffentlicht wurde.
Bildung gegen Aids?

Bildung gegen Aids?

Der Bericht "Überleben lernen: Wie 'Bildung für Alle' Millionen junger Menschen vor HIV/AIDS schützen würde" basiert auf neuen UN-Erkenntnissen: Danach ist die Wahrscheinlichkeit von HIV-Neuinfektionen bei jungen Menschen (15-24 Jahre) mit abgeschlossener Grundschulbildung um 50 Prozent geringer als bei Altersgenossen ohne Bildung. Nach Berechnungen der Globalen Bildungskampagne könnten die durch Grundbildung beschleunigten Verhaltensänderungen jährlich 700.000 HIV-Infektionen verhindern. Das entspricht rund 30 Prozent der Neuinfektionen in dieser Altersgruppe.

"Der Bericht ist ein bedeutender Beitrag zur AIDS-Diskussion: Erstmals gibt es Berechnungen darüber, wie viele junge Menschen durch Grundbildung vor HIV geschützt werden könnten," so Professor Don Bundy, führender Weltbank-Experte für Bildung und HIV/AIDS. "Der Bericht offenbart, wie dringend notwendig der 'soziale Impfstoff' Bildung ist."

Die Studie stellt zudem klar, dass Investitionen in universelle Grundschulbildung, medizinische Behandlung, Pflege und Unterstützung für HIV-Infizierte sowie Prävention nicht miteinander konkurrieren dürfen, sondern sich gegenseitig ergänzende, wichtige Komponenten einer Gesamtstrategie zum Kampf gegen HIV/AIDS sein müssen.


Die Globale Bildungskampagne forderte daher alle Geberländer auf, ihre Finanzhilfen aufzustocken und besser zu koordinieren, um das UN-Millenniumsziel "Bildung für Alle" bis 2015 zu erreichen. So müsste beispielsweise Deutschland seine Entwicklungshilfe für Grundbildung verzehnfachen, um einen angemessenen Beitrag für "Bildung für Alle" zu leisten. Die unzureichende Hilfe der Geberländer für Bildung sei mit verantwortlich dafür, dass weltweit noch immer mehr als 100 Millionen Kinder nicht zur Schule gehen können. Ohne energische Maßnahmen werde es 150 Jahre dauern, bis in Afrika jedes Kind eine Schule besuchen kann.
(ots, Oxfam Deutschland, 03.05.2004 - NPO)