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Freitag, 28.11.2014
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Kohle aus dem "Dampfkochtopf"

Neue Methode verwandelt Biomasse in wertvolle Rohstoffe

"Zauberkohle"-Labor auf dem Dach des Max-Planck-Instituts

"Zauberkohle"-Labor auf dem Dach des Max-Planck-Instituts

Stroh, Holz oder Laub über Nacht in Kohle umzuwandeln, das erinnert zunächst an den Stein der Weisen, mit dem die Alchemisten des Mittelalters mindere Stoffe zu Gold machen wollten. Doch es funktioniert tatsächlich: Markus Antonietti, Direktor am Potsdamer Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung, hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich pflanzliche Biomasse ohne Umwege und komplizierte Zwischenschritte vollständig in Kohlenstoff und Wasser umarbeiten lässt.

Der Clou an dem neuen Verfahren: Sämtlicher Kohlenstoff, der in Pflanzenmaterial gebunden war, liegt danach in Form von feinsten Partikeln vor, als kleine, poröse Braunkohle-Kügelchen: Sie können direkt oder (was noch effektiver wäre) in Brennstoffzellen verfeuert werden, aber auch zur Produktion von Benzin, Dieselöl oder anderen Chemikalien dienen.

Bestechend ist die Tatsache, dass diese Umwandlung ohne jeglichen Verlust an Kohlenstoff abläuft, das Verfahren demnach mit hundertprozentiger Kohlenstoff-Effizienz arbeitet. Und dazu kommt noch, dass der Karbonisierungsprozess exotherm funktioniert, also selbst noch Energie liefert. Er könnte damit allen anderen Methoden, aus Biomasse Energie zu ziehen, weit überlegen sein.
Das Verfahren - "hydrothermale Karbonisierung" genannt - könnte damit die Grundlage für eine nachhaltige und umweltneutrale Energiewirtschaft liefern.
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MaxPlanckForschung 2/2006 / Brigitte Röthlein
Stand 14.07.2006