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Freitag, 10.02.2012
Tsunami-Training auf der Weser
TECHAWI bildet Spezialisten aus Anliegerstaaten des Indischen Ozeans aus
Sie kommen aus Thailand, Sri Lanka, Madagaskar oder den Malediven: 13 Vertreter der Hydrographischen Dienste von elf Nationen rund um den Indischen Ozean nehmen derzeit an einem zweiwöchigen Tsunami-Training des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven teil. Ziel ist es, die Bedrohung, die von solchen Ereignissen ausgeht, richtig einschätzen zu lernen.

Tsunami
Tsunami
© NOAA
„Damit nachhaltige Schutzmaßnahmen vor Tsunamiwellen und anderen marinen Umweltkatastrophen, wie Sturmfluten und Überschwemmungen, entwickelt werden können, sind neben schnell verfügbaren Daten auch Spezialisten in den jeweiligen Ländern nötig, die diese Daten ebenso schnell interpretieren und entsprechende Vorsorge- und Evakuierungsmaßnahmen einleiten können. Hierzu sind Kenntnisse über Gestalt und Formgebung des Meeresbodens nötig“, erklärt Hans-Werner Schenke vom Hydrographischen Kompetenzzentrum TECHAWI, einer Einrichtung des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) und der Hochschule Bremerhaven. „Die Teilnehmer lernen bei uns selbstständig und mit moderner Technik, hydrographische Vermessungen des Gewässerbodens in Häfen und Flüssen durchzuführen.“

Zwei Schiffe im Einsatz
Die Kursteilnehmer werden dabei in Theorie und Praxis im Umgang mit der speziellen Auswerte- und Modellierungstechnik geschult und sammeln darüberhinaus erste Erfahrungen mit der am AWI entwickelten Tsunami-Modellierungssoftware „TsunAWI“, die ein integraler Bestandteil des in Deutschland für Indonesien entwickelten Tsunami-Frühwarnsystems ist.

Während die theoretische Ausbildung in den Räumlichkeiten des Alfred-Wegener-Instituts erfolgt, findet der praktische Teil an modernen Flachwassersonaranlagen auf der Weser und in den Hafengebieten statt. Die ausländischen Wissenschaftler fahren beispielsweise mit dem Forschungskutter „Uthörn“ die Wesermündung entlang und werden dort mit dem praktischen Einsatz hochkomplexer Fächerecholote vertraut gemacht. Beim Training im Hafen kommt dann das Vermessungsschiff „Kiek Ut“ von Bremenports zum Einsatz. Acht Stunden sollen die Messreihen mit beiden Schiffen dauern, die Daten werden dabei in Echtzeit an Bord verarbeitet und visualisiert.

Tsunamivorsorge-Training
Tsunamivorsorge-Training
© Magdalena Hamm / Alfred-Wegener-Institut Tsunamivorsorge-Training
Enge Verknüpfung von Theorie und Praxis
„Der besondere Vorteil dieses Trainingskurses ist die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis. Die Teilnehmer sollen den gesamten Ablauf von der Installation über Eichung, Messplanung, Messung, Auswertung bis zur Visualisierung und Kartenherstellung erlernen“, so Schenke. „Diese Messungen sollen dann im Rahmen der geplanten Schutzmaßnahmen in den jeweiligen Ländern selbstständig durchgeführt werden können.“

Internationale Initiative
Das umfangreiche Trainings- und Ausbildungsprogramm ist auf internationaler Ebene ins Leben gerufen worden. Es gehört zu einer langen Reihe von Maßnahmen, die deutsche Forschungseinrichtungen nach der Katastrophe im Dezember 2004 in Südostasien initiierten, um ein modernes Tsunami-Frühwarnsystem im Indischen Ozean zu errichten.
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