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Samstag, 11.02.2012
Wie viel Kohlendioxid verursache ich?
Die persönliche Kohlenstoff-Fußspur online berechnen
Wie viel Kohlendioxid verursache ich? Diese Frage kann sich jetzt jeder innerhalb weniger Minuten beantworten lassen. Das Umweltbundesamt hat zusammen mit dem Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH und der avantTime Consulting GmbH einen CO2-Rechner online gestellt, indem jeder seine globale Kohlendioxid-Fußspur abschätzen kann.

Autoabgase
Autoabgase
© BMU/H.-G. Oed
Heizung, Strom, Kaufverhalten, Ernährung, Flugreisen und die tägliche Fortbewegung: Diese großen Bereiche sind es, die der Online-Rechner erfasst. Mit nur wenigen Daten kann jeder grob sehen, wie viel CO2 er oder sie mit seinem/ihren Lebensstil produziert. Rund elf Tonnen sind es im Bundesdurchschnitt. Die größten Batzen sind dabei Wohnen und Flugreisen. Allein eine Flug-Fernreise verursacht etwa fünf Tonnen CO2 pro Person – etwa die Hälfte des jährlichen Durchschnittsverbrauchs. Dies ist nicht verwunderlich. Dass jedoch auch die Ernährung, bzw. Produktion und Transport von Lebensmitteln viele Klimagase verursacht erstaunt schon eher. Bedenkt man jedoch, dass gerade Kühe sehr viel Methangas produzieren, das ein 30-mal stärkeres Klimagas ist als CO2, wird verständlich, dass der tägliche Burger das Klima stärker anheizt, als das Frühstücksmüsli.

Wer frisst wie viel Klima?
Kaum mehr wegzudenken: Das Internet
Kaum mehr wegzudenken: Das Internet
© MMCD
Das praktische an dem CO2-Rechner ist, dass man selber sehr genau sehen kann, wie sich eine Umstellung zum Beispiel auf öffentliche Verkehrsmittel, auf eine weniger fleischhaltige Ernährung oder auf regionale Lebensmittel auswirkt. Auch die Stromfresser im Haushalt können auf ihre Klimawirkung umgerechnet werden. So spart der überwiegende Einsatz von Energiesparlampen gegenüber herkömmlichen Birnen alleine etwa 100 Kilo CO2 pro Jahr ein. Den alten Kühlschrank durch ein stromsparendes Neugerät zu ersetzten, spart weitere 100 Kilo. Geschirrspüler, Waschmaschine, Gefriertruhe und Wäschetrockner auf den neuesten Stand zu bringen, spart rund 220 Kilo CO2 ein. Ein PC frisst etwa 180 Kilo pro Jahr, ein 100 Liter Aquarium schon etwa 300 Kilo. Dies alles lässt sich bei dem Rechner mit ein paar Mausklicks sehen.

Klimaschutz spart Geld
Jedes eingesparte Kilo macht sich bei den heutigen Energiekosten sofort im Portemonnaie bemerkbar, verlangt aber unter Umständen Disziplin oder Investition. Ein Umstieg vom normalen deutschen Strommix auf Ökostrom reduziert den CO2-Ausstoß für den Stromverbrauch eines Einpersonenhaushalts von durchschnittlichen 820 Kilo auf 50 Kilo – ein gewichtiges Argument, das keine Verhaltensumstellungen oder große Investitionen bedingt, auch wenn Ökostrom etwa zwei bis drei Prozent teurer ist, als der normale Strommix.

Ein Bereich, an dem niemand persönlich drehen kann, sind die ca. 1,24 Tonnen, die der Staat sozusagen für jeden seiner Bürger verursacht durch die Bereitstellung von Verwaltung, Bildung, Straßen und so weiter. Dass ist schon etwa die Hälfte des vom Bundesumweltamt langfristig als verträglich angegebenen Wertes von etwa 2,5 Tonnen CO2-Ausstoß pro Kopf. Weltweit liegt der Durchschnitt laut Umweltbundesamt bei etwa 3,8 Tonnen pro Kopf. Die Industrienationen haben per se einen höheren Verbrauch. Aber dafür ist auch das Einsparpotential hier riesig. Bis zu 15 Prozent, laut manchen Experten auch bis zu 30 Prozent der Energie können in Deutschland im privaten Bereich durch Energiesparmaßnahmen ohne großen Aufwand eingespart werden. Effizientere Geräte und ein bewusster Umgang mit Energie sind die Stichworte dafür.

Gerade zu diesem bewussten Umgang kann ein Check des persönlichen Beitrags zum CO2-Ausstoß anregen. Den Rechner finden Sie hier.
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