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Freitag, 10.02.2012
Neue Einblicke in das System Erde
DFG verleiht Bernd Rendel-Preise 2008 an hervorragenden geowissenschaftlichen Nachwuchs
Von Schadstoffen in der Atmosphäre bis zu geochemischen Stoffkreisläufen, von der Analyse von Werkstoffeigenschaften bis zu neuen Einblicken in den Erdmantel reicht das Spektrum der Themen für die vier Nachwuchsforscher aus den Geowissenschaften mit dem Bernd Rendel-Preis 2008 ausgezeichnet worden sind. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) würdigt mit dieser Ehrung wichtige und originelle Beiträge zur geologischen Grundlagenforschung, die die „Detektive“ im System Erde bereits in jungen Jahren geliefert haben.

Erde und Mond
Erde und Mond
© NASA
Der mit je 2.000 Euro dotierte Bernd Rendel-Preis soll den diplomierten, aber zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht promovierten Preisträgern die Teilnahme an internationalen Kongressen und Tagungen ermöglichen. Die Nachwuchsforscher haben die Auszeichnung für herausragende Diplomarbeiten, laufende Dissertationen oder andere Forschungsarbeiten Ende September im Rahmen der Tagung GEO 2008 in Aachen erhalten.

Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger sind:

Eva Lehndorff (31), Universität zu Köln
Eva Lehndorff arbeitet in der Umweltgeochemie. Die Luftqualität im Ballungsraum Köln untersuchte sie dabei in ihrer im Mai 2008 abgeschlossenen Promotion anhand der Nadeln der Schwarzkiefer. Das so genannte Biomonitoring atmosphärischer Schadstoffe setzt eine breite Datenbasis sowie den Einsatz verschiedener Analysemethoden voraus. Durch ihre anspruchsvolle Diplomarbeit, die bereits den Verteilungsmustern und Quellen von Luftschadstoffen im Großraum Köln nachging, hatte Lehndorff dafür den Grundstein gelegt, so die Jury in ihrer Begründung für die Preisvergabe.

Miguel D. Mahecha (29), Max-Planck-Institut für Biogeochemie, Jena
Miguel D. Mahecha daqegen absolvierte sein Studium der Geoökologie in Bayreuth und an der University of Exeter. Nach seinem Diplom 2006 wechselte er dann ans Jenaer Max-Planck-Institut für Biogeochemie. Derzeit promoviert er am Department Umweltwissenschaften der ETH Zürich. In seiner Dissertation versucht er moderne Methoden und Modelle - zum Beispiel aus der Künstlichen Intelligenz - für das Verständnis globaler biogeochemischer Kreisläufe fruchtbar zu machen. So sollen die viel diskutierten Treibhausgas-Austauschprozesse zwischen den Ökosystemen der Erde und der Atmosphäre besser verstanden werden.

Volker Presser (26), Universität Tübingen
Nach nur zehn Semestern und mit sehr gutem Erfolg schloss Volker Presser sein Studium der Geowissenschaften und der Mineralogie in Tübingen ab. Materialwissenschaftlich-technisch besonders interessiert, beschäftigte er sich in seiner ambitionierten Diplomarbeit unter anderem mit den Oberflächeneigenschaften und dem Oxidationsverhalten des keramischen Werkstoffs Siliciumcarbid (SiC), der auch industriell genutzt wird. Im Rahmen seines Promotionsstudiums ist er seit März 2006 Wissenschaftlicher Mitarbeiter in einem DFG-geförderten Forschungsprojekt, das sich einer typischen Beanspruchung von SIC-Keramiken widmet - und damit auch aufschlussreich für industrielle Anwendungen ist.

Arno Rohrbach (32), Universität Bonn
Arno Rohrbach analysierte schon als Diplomand an der Universität Münster vulkanisches Gestein (Piriten) von den pazifischen Salomonen-Inseln. Nach dem Abschluss seines Studiums der Mineralogie mit dem Diplom 2003 war er dann als Doktorand an den Universitäten Münster und Bonn tätig. Rohrbach nutzte dort die Möglichkeiten von „Hochdruck-Experimenten“, bei denen die Druck- und Temperaturbedingungen des Erdmantels bis in eine Tiefe von 450 Kilometern simuliert werden. Wie sich steigender Druck auf Minerale des Erdreichs auswirkt, untersuchte er anschließend in seiner inzwischen fertig gestellten Dissertation, die neue Einblicke in die Geochemie des Erdmantels ermöglicht.

Bernd Rendel-Preis wird seit 2002 verliehen
Der Bernd Rendel-Preis wird seit 2002 verliehen. Er erinnert an den früh verstorbenen Geologiestudenten Bernd Rendel, dessen Angehörige eine Stiftung gleichen Namens ins Leben riefen, die jährlich die Mittel für die Auslobung und Vergabe des Preises bereitstellt.
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