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Nordrhein-Westfalen in 3D
Bonner Wissenschaftler bringen NRW-Geodaten ins Internet
Nordrhein-Westfalen gibt es im Internet jetzt auch in „3D“: Das Land stellt erstmals flächendeckende dreidimensionale Geodaten über Geländebeschaffenheit, Gebäude, Straßen und Schienen im Internet bereit.
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Die Webdienste für das neue Angebot wurden unter Leitung des Instituts für Geodäsie und Geoinformation der Universität Bonn entwickelt. Auftraggeber des Projektes waren das nordrhein-westfälische Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz.

Die für die Umgebungslärmkartierung aufgebaute Service-Architektur ist laut Projektleiterin Angela Czerwinski der erste großflächige Anwendungsfall für eine komplexe 3D-Geodateninfrastruktur in Europa.

Und Professor Lutz Plümer ergänzt: „Die bedeutendste Neuerung ist, dass erstmals landesweite 3D-Geodaten über einheitliche Standards bereitgestellt werden.“ Alle Daten der Web-Services seien in einem einheitlichen Datenformat verfügbar, das auf dem Geodatenstandard CityGML beruht, der am Institut für Geodäsie und Geoinformation entwickelt wurde. Daten können so leicht in andere Systeme übertragen werden. Die bereitgestellten 3D-Geodaten sind außerdem langfristig einsetzbar und aktualisierbar.

Pilotprojekt: Kartierung von Umgebungslärm
Als Grundlage für das Projekt dienen Daten, die das Landesvermessungsamt NRW und der Landesbetrieb Straßenbau NRW beim Landesamt für Daten und Statistik NRW bereitstellen. Erstes Einsatzgebiet der dreidimensionalen NRW-Geodaten ist die Kartierung von Umgebungslärm.

Für viele Menschen in unseren Breiten ist der Lärm eines der größten Umweltprobleme überhaupt. Eine hohe Lärmbelastung beispielsweise durch Straßen-, Bahn- und Luftverkehr mindert nicht nur die Lebensqualität, sie kann auch Gesundheitsschäden auslösen.

Mit dem Ziel, die Bevölkerung besser vor Lärmbelastung zu schützen, hat das Europäische Parlament eine Umgebungslärmrichtlinie erlassen, die helfen soll, schädliche Auswirkungen von Umgebungslärm zu verhindern oder zumindest zu verringern. Die Richtlinie enthält die Pflicht, die Lärmbelastung in Lärmkarten für die EU und die Bürger festzustellen und für Problemgebiete Aktionspläne zu erstellen.

Die nun verfügbaren Daten liefern nicht nur Behörden wichtige Informationen über die Lärmbelastung. Auch Häuslebauer und Immobilienkäufer können bequem über das Internet auf Lärmdaten zugreifen. Die Datendienste liefern ihnen wertvolle Informationen und Entscheidungshilfen.

Daten vielseitig einsetzbar
Die Lärmkartierung ist die Pilotanwendung, für die die Bonner Geowissenschaftler nun die Grundlage geschaffen haben. Doch die 3D-Daten sind für viele Bereiche nutzbar: So könnten sie schon bald zur Hochwasser-Simulation dienen und den Kommunen bei der Aufstellung von Katastrophenschutz-Plänen helfen.

Auch Stadt- und Straßenplaner werden künftig auf die zentralen Daten zugreifen können, wenn es um die Verringerung der Belastung mit Abgasen und Feinstaub geht, die Führung von Verkehrsströmen und die Planung neuer Wohn- und Gewerbegebiete. Für das Ruhrgebiet wurden die Daten bereits für die Erstellung einer Übersicht luftbelastender Stoffe an Straßen genutzt. In der Telekommunikation werden 3D-Geodaten dagegen schon heute zur Optimierung der Mobilfunknetze eingesetzt.
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