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Freitag, 10.02.2012
Karte ohne Grenzen
Digitale 3D-Landkarte der Sächsisch-Böhmischen Schweiz veröffentlicht
Drei Jahre hat es gedauert, jetzt ist sie endlich fertig: die digitale 3D-Landkarte der Sächsisch-Böhmischen Schweiz, die Forscher der Technischen Universität Dresden erstellt haben. Mithilfe der digitalen Daten können beispielsweise Abflussmodellierungen von Hochwasserszenarios zukünftig viel genauer berechnet werden.

Affensteine
Affensteine
© Holm Riebe / Nationalparkamt Sächsische Schweiz (SBS) Affensteine
Aber auch für die Bearbeitung von Wanderwegkonzepten, für die Untersuchung der Erosion bei starken Regenfällen, die Begutachtung von Bauvorhaben oder die Dokumentation des Forstbestandes sollen die Daten zur Verfügung stehen.

Und sogar für Archäologen ist die digitale 3D-Landkarte interessant: Mithilfe des laservermessenen Bodenmodells konnte an der Westseite des Pfaffensteins bereits eine bronzezeitliche Wallanlage - circa 11. bis 9. Jahrhundert vor Christus - identifiziert werden. Diese war im normalen Luftbild durch den dichten Baumbestand vor Ort bisher nicht erkennbar.

16 Vermessungsflüge nötig
Um das Gelände der Nationalparkregion zu scannen, führten die Wissenschaftler der TU Dresden im Rahmen ihres Projekts zunächst 16 Vermessungsflüge an elf Tagen im April 2005 durch. Dabei kamen eine für solche Anwendungen spezialisierte Digitalkamera und ein Laserscanner an Bord des Vermessungsflugzeuges zum Einsatz.

Die hochauflösende Digitalkamera zeichnete die gesamte Landschaft fotorealistisch in den Spektralkanälen Blau, Grün, Rot und Infrarot auf. Mit dem Laserscanner vermaßen die Wissenschaftler die Erdoberfläche. Dabei ergaben sich circa sechs Messungspunkte pro Quadratmeter. Diese sechs Milliarden Datenpunkte wurden von den Forschern zunächst aufbereitet. Anschließend berechneten sie daraus ein digitales Geländemodell mit einer Rasterweite von einem Meter.

Reliefmodell aus Kunststoff
Achtzehn Monate später war es dann soweit: Die digitalen Daten der Sächsisch-Böhmischen Schweiz konnten den verantwortlichen Verwaltungen des Schutzgebietes übergeben werden. Das auf drei Jahre angelegte Projekt am Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung der TU Dresden fand damit seinen Abschluss. Abrufen können die digitalen Daten nun alle drei Verwaltungen der immerhin fast 800 Quadratkilometer umfassenden Nationalparkregion, und zwar grenzübergreifend.

An der TU Dresden wurde darüber hinaus ein zirka 1,6 Quadratmeter großes Reliefmodell aus Kunststoff gefertigt. Dieses ist seit Februar 2007 im Nationalparkinformationszentrum in Bad Schandau ausgestellt und soll die typische Landschaft auch durch Ertasten erfahrbar machen.
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