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Freitag, 10.02.2012
Gelungene Premiere in der Tiefsee
Neues High-Tech-Bohrgerät besteht ersten Einsatz
Ein neues "MeeresbodenBohrgerät" (Mebo) des Bremer Forschungszentrums Ozeanränder hat seine „Feuertaufe“ bestanden. Das sechs Meter hohe und zehn Tonnen schwere MeBo wurde während der letzten Expedition des deutschen Forschungsschiffes "Meteor" im Seegebiet zwischen Kanarischen Inseln erstmals eingesetzt und förderte dabei Meeresablagerungen und Festgesteine aus 1.700 Metern Tiefe zutage.

MeBo an Bord der
MeBo an Bord der "Meteor"
© Forschungszentrum Ozeanränder
Seit Gründung des DFG-Forschungszentrums Ozeanränder vor vier Jahren spielt die Weiterentwicklung von Meeresforschungstechnologien für die Bremer Wissenschaftler eine wichtige Rolle. So wurden unter anderem zwei Tauchroboter in Dienst gestellt, mit der der Ozean bis in 4.000 Metern Wassertiefe erkundet werden kann.

"MeBo ist unser jüngstes und bislang aufwändigstes Projekt", sagt Professor Gerold Wefer, Direktor des Forschungszentrums. "Bislang konnten wir den Meeresboden für unsere Klima- und Umweltforschung maximal 15 Meter tief beproben. Mit dem MeBo peilen wir zukünftig Tiefen von bis zu 50 Metern an."

Während der Expedition zwischen den Kanaren und der afrikanischen Küste förderte das Bohrgerät aus bis zu 1.700 Metern Wassertiefe sowohl weiche Meeresablagerungen, als auch Festgesteine zutage. "Der längste Einzelkern war 23,5 Meter lang", berichtet Projektleiter Tim Freudenthal. "Insgesamt haben wir während der Reise mehr als 70 Meter lockere Sedimente und Festgestein durchteuft."

Weltweit nur wenige vergleichbare Forschungsgeräte
Das etwa zwei Millionen Euro teuere MeBo wird mit Hilfe eines eigens konstruierten Aussetzgestells über die Bordwand der METEOR gehievt und an einer dicken Stahltrosse zum Meeresboden heruntergelassen. Dort klappen vier große, tellerförmige Füße aus und geben dem Bohrgerät den nötigen Halt. Im Innern der Stahltrosse laufen Glasfaserstränge. Sie verbinden das MeBO mit seiner Steuereinheit an Deck des Mutterschiffs und gewährleisten die Kommunikation zum Meeresboden. "Um das Bedienpersonal zu entlasten, werden wir im Laufe der nächsten Monate noch weitere Arbeitsschritte automatisieren", meint Dr. Tim Freudenthal.

Weltweit gibt es nur wenige vergleichbare Forschungsgeräte. Diesen ist das am DFG-Forschungszentrum Ozeanränder entwickelte MeBo überlegen. Es kann sowohl weiche Meeresablagerungen als auch Festgestein durchbohren und liefert den Wissenschaftlern zudem deutlich dickere Kerne, sprich: wesentlich mehr Probenmaterial für ihre Untersuchungen. Ein weiterer Vorteil ist seine Mobilität. Zusammen mit Hebegerüst und Steuerungseinheit findet die Ausrüstung in sechs Standard 20-Fuß-Containern Platz und ist daher auf jedem größeren Forschungsschiff einsetzbar.
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