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Samstag, 25.11.2017
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Eine Recycling-Fabrik für Sterne

Blick in eine aktive Sternenwiege und Molekülwolke

Turbulente Gase und klaffende Löcher: Diese Molekülwolke ist eine der aktivsten Sternenwiegen der äußeren Milchstraße. Hier entstehen ständig neue, massereiche Sterne, andere explodieren und schaffen damit neues Rohmaterial für diese Sternenfabrik. Sie liegt rund 6.000 Lichtjahre von uns entfernt im Sternbild Cassiopeia.

Kalte, dichte Molekülwolken sind die wichtigsten Sternen- und Planetenfabriken im Kosmos. Denn hier gibt es reichlich Gas und Staub, aber auch schwerere Elemente und sogar komplexe Moleküle wie ringförmige Kohlenwasserstoffe oder chirale Moleküle. Sie verdanken ihrer Entstehung einer Art kosmischem Recycling: Ältere Sterne explodieren und setzen dabei schwere Elemente aus ihrem Inneren frei, gleichzeitig stoßen sie Reaktionen an, die Moleküle entstehen lassen.

Eine dieser kosmischen Fabriken zeigt diese Aufnahme des ESA-Weltraumtelekops Herrschel. Dieses Infrarot-Observatorium kann durch die verhüllenden Staubwolken hindurchblicken und so diese turbulenten und beeindruckenden Gasformationen sichtbar machen. Zu sehen ist die 6.000 Lichtjahre von uns entfernte Molekülwolke W3/W4/W5 in der Konstellation Cassiopeia in einer Kombinationsaufnahme aus zwei verschiedenen Infrarot-Wellenlängen.

Die riesige Molekülwolke besteht aus drei verschiedenen Regionen, W3, W4 und W5. Der helle, weißlich leuchtende Bereich am rechten Bildrand enthält eine der aktivsten Sternenfabriken der gesamten äußeren Milchstraße. Hier entstehen neue massereiche Sterne aus einem Gasreservoir, das mehrere hunderttausendmal so viel Material enthält wie unsere Sonne.

Der große, blaugrün erscheinende eher leere Bereich direkt links daneben ist W4, eine Blase, die durch Supernova-Explosionen massereicher Sterne und durch starke Sternenwinde in die Wolke gerissen wurde. W5, an der linken Bildhälfte, ist ebenfalls durch zwei große Blasen geprägt. Auch hier hat die explosive stellare Aktivität große Lücken in das dichte Gas gerissen.