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Freitag, 20.10.2017
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Überraschung im Orionnebel

Drei Generationen an Sternen unter einem Dach

Diese Aufnahme zeigt den Orionnebel und seine Sternenhaufen in voller Pracht. Doch sie sorgte auch für Überraschung bei den Astronomen. Denn als sie die Merkmale der Sterne im Nebel mit Hilfe der Beobachtungsdaten bestimmten, zeigte sich: Die Sterne im Orionnebel bilden drei Altersgruppen – drei Generationen von Sternen.

Diese Aufnahme stammt von der OmegaCAM – der optischen Weitwinkelkamera am VLT Survey Telescope der ESO. Sie zeigt den Orionnebel und seine Haufen junger Sterne. Mit einer Entfernung von 1.350 Lichtjahren ist er eine der uns nächstgelegenen Sternenwiegen. Doch diese Aufnahme ist mehr als nur ein hübsches Bild. Ein Team unter der Leitung des ESO-Astronomen Giacomo Beccari anhand ihrer Daten Helligkeit und Farben aller Sterne im Orionnebel-Haufen präzise bestimmt.

Zu ihrer Überraschung fanden die Astronomen dabei drei verschiedene Merkmalsgruppierungen. "Als wir uns die Daten zum ersten Mal angesehen haben, war das einer dieser Wow!-Momente, wie man sie als Astronom vielleicht ein- oder zweimal im Leben hat", erzählt Beccari. "Dank der unglaublichen Qualität der OmegaCAM-Aufnahmen besteht kein Zweifel, dass wir es in den zentralen Bereichen von Orion mit drei unterschiedlichen Sternpopulationen zu tun haben."

Diese Erkenntnis ist wichtig, denn sie bedeutet, dass nicht alle Sterne eines Haufens zur selben Zeit entstanden sind. Stattdessen scheinen die drei Sternengenrationen im Orionnebel innerhalb von drei Millionen Jahren nacheinander gebildet worden zu sein. "Damit würde sich unser Verständnis davon, wie sich Sterne in Haufen bilden, grundlegend ändern", erklärt Beccaris Kollegin Monika Petr-Gotzens. Denn dies spricht dafür, dass Sternentstehung im Orionnebel in Schüben und deutlich schneller als bisher gedacht stattfindet.

Andere Beobachtungsergebnisse, wie die Messung der Rotationsgeschwindigkeit der Sterne und die Analyse ihrer Spektren, weisen ebenfalls auf ein unterschiedliches Alter hin. "Auch wenn wir die Möglichkeit, dass es sich um Doppelsterne handelt, noch nicht offiziell widerlegen können, erscheint es plausibler, dass wir es mit drei Generationen an Sternen zu tun haben", sagt Beccari.