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Freitag, 10.02.2012
Wiedersehen mit dem Ozonloch     32 / 78  
Wiederherstellung der Ozonschicht erst 2070
© NASA
Jedes Jahr im September erreicht das Ozonloch über dem Südpol sein Maximum. Obwohl die Produktion Ozon abbauender Treibgase bereits seit einigen Jahren verboten ist, wird es nach Schätzungen der Wissenschaftler noch einige Jahrzehnte dauern, bis die Ozonschicht sich stabilisiert und der alljährliche Ozonschwund aufhört.

Frühestens 2070, so die Forscher, könnte das Ozonloch vollständig verschwunden sein. Und selbst das ist nicht sicher, da noch nicht geklärt ist, wie sich der Klimawandel auf die Ozonschicht auswirken wird. Da starke Abkühlung den Ozonabbau fördert, könnte es sein, dass die globale Erwärmung die Erholung der Ozonschicht sogar fördert.

Noch allerdings ist das Ozonloch da. Die diesjährigen Messungen zeigen, dass der Bereich, in dem die Ozonkonzentration unter den Schwellenwert von 220 Dobson-Einheiten sinkt, noch immer größer ist als der nordamerikanische Kontinent. Ein Dobson ist die Anzahl der Moleküle, die benötigt wird, um eine Schicht aus reinem Ozon von 0,01 Millimeter Dicke bei 0°C und dem Druck von einer Atmosphäre zu erzeugen. Normalerweise liegt die Dicke der Ozonschicht bei rund drei Millimetern oder 300 Dobson-Einheiten. Im Ozonloch sinkt sie bis auf Werte um 100 Dobson-Einheiten ab.

Das Ozonloch ist im Frühjahr der Südhalbkugel immer besonders groß, da die chemischen Reaktionen, die das Ozon zerstören, dann ihr Maximum erreichen. An der Oberfläche der polaren Stratosphärenwolken sammelt sich den Winter über zweiatomiges Chlorgas. Im Frühjahr, wenn nach rund sechs Monaten Dunkelheit die Sonne in die Polarregion zurückkehrt, spaltet das UV-Licht die Chlorverbindungen in einzelne hochreaktive Chloratome. Diese wirken als Katalysator für die Ozon abbauende Kettenreaktion. Schon ein einziges Chloratom reicht aus, um tausende von Ozonmolekülen zu zerstören.

Erst wenn die zunehmende Wärme die Windrichtungen der Südhalbkugel verändert und wärmere Luft aus niedrigeren Breiten in die Polarregion strömt, lässt der Ozonabbau wieder nach, das Chlorgas wird verteilt und die Ozonschicht kann sich wieder stabilisieren – bis zum nächsten Frühjahr.
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