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Samstag, 11.02.2012
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Überschwemmungen
19.08.2010
Pakistan: Flutkatastrophe noch bis Ende August?
Bei der mittlerweile seit Wochen andauernden Überschwemmungskatastrophe in Pakistan ist weiterhin kein wirkliches Ende in Sicht. Experten gehen davon aus, dass die Flut noch bis Ende August dauern wird – mindestens. Denn die in der Region in diesem Jahr besonders heftigen Monsunniederschläge enden erst irgendwann im September. Betroffen von dem Hochwasser sind nach wie vor 20 Millionen Menschen, davon vermutlich sechs Millionen Kinder. Mindestens 1.500 Bewohner Pakistans kamen in den Wassermassen bisher ums Leben. Trotz großer Anstrengungen von Hilfsorganisationen weltweit ist die Versorgungslage in vielen Teilen des Krisengebiets immer noch katastrophal. Es fehlt nicht nur an Geld, sondern auch an geeigneten technischen Hilfsmitteln wie Helikopter um die vorhandenen Güter überall dahin zu bringen, wo sie gebraucht werden. „Die Spendenbereitschaft hat in den letzten Tagen spürbar zugenommen, dafür sind wir sehr dankbar. Noch immer sind Millionen Menschen auf Unterstützung angewiesen und um noch mehr Hilfsgüter beschaffen zu können, bitten wir weiter dringend um Unterstützung“, appellierte die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann. In den überfluteten Gebieten wächst zudem die Angst vor Seuchen. Wie etwa im Swat-Tal im Nordwesten Pakistans. Die Lage dort beschreibt Alexander Bühler vom Malteser Hilfsdienst so: „Die schwere Unterernährung vor allem der Kinder nimmt mit jedem Tag zu. Die oberen Regionen des Tals sind noch vollständig von der Außenwelt abgeschnitten, es sind zu wenig Hubschrauber da, welche die Menschen erreichen könnten.“ Die medizinischen Teams der Malteser melden zunehmend Durchfall- und Hauterkrankungen besonders bei Kindern und Frauen. „Infektionen entstehen vor allem durch verunreinigtes Wasser, da die Hilfe noch nicht überall ankommt“, so Bühler weiter. Neben Medikamenten helfen die Malteser vor allem weiterhin mit sogenannten „Non-Food-Items“ wie Schüsseln, Töpfen, Seifen und Handtüchern, um die hygienische Situation zu verbessern und weiteren Erkrankungen vorzubeugen. Mindestens ebenso dramatisch wie im Swat-Tal sieht es aber auch im Süden Pakistans aus, den die Flutwelle längst erreicht hat. Zum Beispiel die Region Punjab. „Alleine in Punjab sind fünf Millionen Menschen von der Flut betroffen, die dringend Hilfe benötigen. Hier ist die Not momentan am größten“, sagt Jürgen Mika von der Welthungerhilfe. Der Distrikt war bis zur Flut die Kornkammer Pakistans. Nach einer guten Weizenernte im April konnten die Bauern sogar darauf hoffen, einen Teil ihrer Überschüsse zu exportieren. „Diese Hoffnungen sind jetzt zerstört. Alleine die Kleinbauern haben rund 500.000 Tonnen Weizen in den Wassermassen verloren“, so Mika weiter. Auch die Reis- und Baumwollernten sind vernichtet. Die Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft werden katastrophal sein und die Menschen auf Dauer noch tiefer in die Armut stürzen, wenn ihnen nicht langfristig geholfen wird.
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